10. Oktober 2026 – dpa

Nach 0:1 in Braunschweig

Kiel in der Krise: Noch keine Diskussion um Trainer Walter

Als einziges Team der 2. Bundesliga ist Holstein Kiel auch im Oktober noch ohne Sieg. Trainer Tim Walter glaubt weiter an sich und sein Team - und hat offenbar auch noch Rückhalt.

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Kiels Trainer Tim Walter., Foto: Swen Pförtner/dpa

Sieben Spiele, kein einziger Sieg: Nach der 0:1 (0:1)-Niederlage bei Eintracht Braunschweig steckt Holstein Kiel in der 2. Fußball-Bundesliga weiter in der Krise. Trainer Tim Walter ist aber nach wie vor von seinem Team und von seiner Arbeit überzeugt.

«Die Jungs sind cool. Die sind gut. Die haben eine sehr gute Energie. Sie glauben an sich», sagte er nach dem Nordduell. «So wie sie arbeiten, kann das nicht sein, dass wir uns nicht irgendwann das Glück zurückholen.»

Walter ging sogar noch weiter in seinem Bemühen, sich vor seine sichtlich verunsicherten Spieler zu stellen. «Die Art und Weise, wie sie agieren, ist genau das, was ich von ihnen verlange. Als Trainer kann man sich nicht mehr wünschen - außer, dass wir uns mehr belohnen und Spiele gewinnen», sagte er.

Eine Trainerdiskussion wurde bei Holstein zumindest am Freitagabend noch nicht geführt. Nach der Partie gab Sport-Geschäftsführer Olaf Rebbe keine Interviews mehr. Vor dem Anpfiff hatte er sich in einem Sky-Interview aber klar zu Walter bekannt. Den Reflex, über einen Trainerwechsel nachzudenken, «gibt es in gar keiner Weise», sagte Rebbe. «Mir machen gewisse Dinge Mut: die Intensität. Die Ansprache an die Mannschaft. Wie die Gruppe zusammen ist.»

Rebbe hatte Walter im vergangenen Februar mitten im Abstiegskampf der zweiten Liga nach Kiel zurückgeholt. Der Klassenerhalt gelang dem früheren HSV-Trainer. Der Umbruch mit je einem Dutzend Zu- und Abgängen in diesem Sommer dagegen noch nicht. Dies führt Walter auch auf die Last der jüngeren Vergangenheit mit dem Erstliga-Abstieg 2025 und dem Zweitliga-Abstiegskampf 2026 zurück.

«Es war eine wirklich schwere Zeit für Holstein - vor allem die letzten zwei Jahre. Dann ist es nicht ganz leicht, das einfach abzuschütteln», sagte der 50-Jährige der ARD. «Manchmal muss man durch Täler gehen, um letztendlich den Gipfel zu erklimmen. Das ist ganz normal.»

Schon seit acht Jahren im Verein ist Torwart Timon Weiner, den Walter nach seiner Rückkehr im Februar wieder zur Nummer eins in Kiel machte. «Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Wir haben alles rausgehauen», meinte er.

Am Ende sagte Weiner aber noch etwas, das an seine Teamkollegen gerichtet war und trotzdem wie eine leise Kritik am dogmatischen Ballbesitzfußball seines Trainers klang. «Ich glaube, man muss einfach nicht immer alles vorgeben. Das ist vielleicht auch das Problem, dass wir alles ein bisschen zu viel überdenken», sagte der Torwart. «Die größten Chancen, die wir hatten, waren über die rechte Seite. Das sind so Sachen, die müssen wir aus dem Spiel auch erkennen. Da kann uns der Trainer jetzt auch nicht jeden Schritt im Spiel vorsagen. Sondern wir müssen auch einfach wieder ein bisschen einfacher Fußball spielen.»

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