21. September 2026 – dpa
Die Kliniken in Schleswig-Holstein stehen vor Änderungen durch die Krankenhausreform. Das Kieler Gesundheitsministerium diskutiert das mit Betroffenen vor Ort. Die Region Süd machte den Anfang.
Die Auswirkungen der Krankenhausreform in Schleswig-Holstein werden auf mehreren Regionalkonferenzen erörtert. An der ersten Konferenz heute in Lübeck nahmen nach Angaben des Kieler Gesundheitsministeriums 50 Vertreterinnen und Vertreter von Kliniken, Kommunen und aus der Politik aus den Regionen Lübeck, Stormarn und Kreis Herzogtum Lauenburg teil. Bürgerinnen und Bürger konnten die Konferenz im Livestream online verfolgen.
Es geht um die Frage, welche Kliniken in Zukunft welche Aufgaben übernehmen sollen. Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken (CDU) stellte das geplante Versorgungsmodell für die Region Süd vor. «Dieses Zielbild ist noch nicht in Stein gemeißelt», sagte sie. Vom 21. September bis zum 31. Oktober können zudem Krankenhäuser im Anhörungsverfahren noch nachweisen, dass sie Voraussetzungen für bislang negativ bewertete Leistungsgruppen erfüllen.
Es sei ihr wichtig, alle Entwicklungen so früh und so transparent wie möglich zu kommunizieren, sagte die Ministerin. Die verbindliche Zuweisung der Leistungsgruppen soll Ende des Jahres erfolgen und zum 1. Januar 2027 wirksam werden.
Die Reform führe zu einem grundlegenden strukturellen Wandel, hieß es: Komplexe, planbare Eingriffe sollen in spezialisierten Zentren gebündelt werden. Die Grund- und Notfallversorgung in der Fläche soll unter Einbeziehung kleinerer Krankenhäuser und sektorenübergreifender Versorgungszentren sichergestellt werden. Die Leistungserbringung in den Krankenhäusern sei in Zukunft an strenge Qualitätskriterien geknüpft, so die Ministerin.
Zur Versorgungsregion Süd gehören zwölf Krankenhausstandorte. Während Lübeck die hoch spezialisierte Versorgung bündele und eine wichtige Versorgungsfunktion in angrenzenden Kreisen übernehme, erfüllten die Krankenhäuser in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg primär eine wohnortnahe und regionale Versorgungsfunktion, so das Ministerium.
Die Veranstaltung in Lübeck war die erste von sechs Regionalkonferenzen. Die nächste findet am 29. September in Itzehoe für die Region Süd-West statt, weitere Termine sind am 30. September in Schleswig (Region Nord-Ost), am 1. Oktober in Husum (Region West), am 5. Oktober in Kiel (Region Mitte) und am 6. Oktober in Eutin (Region Ost).