02. Juli 2026 – dpa

Wassertemperatur

Nord- und Ostseeoberfläche hat sich im Juni schnell erwärmt

Dass Nord- und Ostsee im Sommer wärmer werden, ist normal. Zuletzt erwärmte sich die Meeresoberfläche aber noch schneller - wegen der Hitzewelle. Hinzu kommt ein Langzeittrend.

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Zuletzt hat sich die Oberfläche von Nord- und Ostsee laut zuständigem Bundesamt vergleichsweise schnell erwärmt. (Archivbild)

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat in der letzten Juniwoche einen vergleichsweise schnellen Anstieg der Temperaturen von Nord- und Ostsee festgestellt. Im Flächenmittel sei die Meeresoberflächen-Temperatur vom 21. Juni auf den 28. Juni in der Nordsee um 1,9 Grad Celsius und in der Ostsee um 3,4 Grad Celsius gestiegen, sagte ein Sprecher der Behörde. «Damit hat sich der Trend der saisonalen Erwärmung während der Hitzewelle beschleunigt.» Das gelte vor allem in Küstennähe.

«Die Satellitenfernerkundung am BSH berechnet jeden Tag für die gesamte Nordsee und Ostsee die Meeresoberflächen-Temperaturen», erklärte der Sprecher. Im entsprechenden Zeitraum stieg die Temperatur im Flächenmittel für die Nordsee demnach von 15,7 auf 17,6 und für die Ostsee von 15,9 auf 19,3 Grad Celsius.

«Auf einer Zeitskala von Tagen bis Wochen ist es vor allem das lokale Wettergeschehen, welches die Meeresoberflächen-Temperatur prägt», sagte der Sprecher. «Ganz aktuell sehen wir in diesen Tagen vergleichsweise schnell steigende Meeresoberflächen-Temperaturen im Wesentlichen infolge der Hitzewelle und der starken Sonneneinstrahlung.»

Zusätzlich können seinen Angaben zufolge aber auch Meeresströmungen eine Rolle spielen, die wärmeres oder kälteres Wasser transportieren. «Das alles wird überlagert vom langfristigen Erwärmungstrend, der auf die menschlich getriebene Klimaerwärmung zurückzuführen ist.»

Für die Nordsee analysiert das BSH die Meeresoberflächen-Temperatur nach eigenen Angaben seit 1969. Seitdem habe sich die Nordsee im Mittel über die gesamte Fläche und im Jahresdurchschnitt um etwa 1,3 Grad Celsius erwärmt. Über die letzten zwanzig Jahre, also seit 2005, betrage die Erwärmung ungefähr 0,5 Grad Celsius.

«Für die Ostsee führen wir am BSH die flächendeckende Analyse der Meeresoberflächen-Temperatur erst seit der deutschen Wiedervereinigung durch.» Seit 1990 habe sich die Ostsee im Mittel über die gesamte Fläche und im Jahresdurchschnitt bereits um etwa 2,1 Grad Celsius erwärmt, etwa 1,3 Grad Celsius davon seit 2005.

Höhere Temperaturen haben Folgen für das Ökosystem im Meer, etwa durch verstärktes Wachstum von Algen, deren Zersetzung wiederum Sauerstoff verbraucht, der dann etwa Fischen fehlt. Im Fall des Herings der westlichen Ostsee bringt der Anstieg der Temperaturen die Nachwuchsentwicklung durcheinander. Laut Experten lassen spätere und wärmere Winter Heringslarven früher schlüpfen, noch bevor es eine ausreichende Nahrungsgrundlage für sie gibt.

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