16. Juni 2026 – dpa

Bachelor statt Examen

Schleswig-Holstein will Bachelor fürs Jurastudium einführen

Ein neuer Bachelor-Abschluss soll Jura-Studierenden mehr Optionen eröffnen. Was sich durch die Reform ändert – und warum das klassische Staatsexamen bleibt.

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Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU) will das Jura-Studium attraktiver machen. (Archivbild)

Mit einem neuen Bachelor-Abschluss für Rechtswissenschaften will Schleswig-Holsteins Landesregierung das Jura-Studium attraktiver machen. «Mit dem integrierten Bachelor erkennen wir die bereits im Jurastudium erbrachten Leistungen sichtbarer an», sagte Justizministerin Kerstin von der Decken (CDU). Zuvor hatte das Kabinett ihrem Gesetzentwurf zugestimmt. Er geht nun in die parlamentarische Beratung.

«Studierende erwerben schon vor dem Staatsexamen umfangreiche wissenschaftliche und fachliche Kompetenzen», sagte von der Decken. Ein eigenständiger berufsqualifizierender Abschluss solle diese dokumentieren.

Am bewährten System der juristischen Staatsprüfung ändert sich durch die Reform aber nichts. «Das juristische Staatsexamen bleibt weiterhin die Voraussetzung für den Zugang zu den klassischen reglementierten juristischen Berufen. Der integrierte Bachelor ersetzt das Staatsexamen nicht, sondern ergänzt das Jurastudium sinnvoll», sagte die Ministerin.

Vom Bachelor of Laws Von der Einführung des Bachelors of Laws sollen Studierende profitieren, die die Voraussetzungen nach dem 1. Januar 2021 erstmalig erfüllt haben. Das betrifft nach Ministeriumsangaben einen erheblichen Teil der derzeit Studierenden sowie der Absolventinnen und Absolventen der vergangenen Jahre.

Der Abschluss gewährt zudem Zugang zu weiterführenden Masterstudiengängen sowie Tätigkeiten außerhalb der klassischen reglementierten juristischen Berufe. «Der integrierte Bachelor kann dazu beitragen, den Druck eines Studiums ohne berufsqualifizierenden Zwischenabschluss zu reduzieren und die Attraktivität des Jurastudiums insgesamt weiter zu stärken», sagte von der Decken.

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Kieler Christian-Albrechts-Universität hatte die Pläne bereits begrüßt. Die Fakultät war in die Erarbeitung des Modells eingebunden.

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