09. September 2026 – dpa
An einer wichtigen Bahnstrecke in Hamburg muss eine Weltkriegsbombe entschärft werden. Bahnreisende brauchen viel Geduld. Die Bombe hat einen tückischen Zünder.
An einer wichtigen Bahnstrecke im Nordwesten Hamburgs ist eine Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Der Fern- und der S-Bahnverkehr wurden unterbrochen, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. «Es kommt zu massiven Ausfällen aus Richtung Norden.» Der Kampfmittelräumdienst sei an der S-Bahnstation Diebsteich im Einsatz. Die Station liegt nördlich vom Bahnhof Altona.
Wann die Bombe entschärft werden kann, war zunächst noch unklar. «Wir gehen von einem mehrstündigen Einsatz aus», sagte Feuerwehrsprecher Philipp Baumann. Die 500-Pfundbombe englischer Bauart habe einen chemischen Langzeitzünder. Weil sie bewegt worden sei, bestehe akute Explosionsgefahr. Der Kampfmittelräumdienst habe einen schwierigen Einsatz zu bewältigen.
Nach Angaben eines Bahnsprechers ist auch die Verbindungsbahn zwischen dem Bahnhof Altona und dem Hauptbahnhof gesperrt. Altona ist Ausgangs- beziehungsweise Endpunkt für viele Fernzüge, die Hamburg mit Niedersachsen und dem Süden Deutschlands verbinden. Fern- und Regionalzüge aus Richtung Süden enden den Angaben zufolge darum vorzeitig am Hauptbahnhof und in Hamburg-Harburg.
Die S-Bahnlinien S2 (Diebsteich-Bergedorf), S3 (Pinneberg-Neugraben) und S5 (Elbgaustraße-Stade) wurden ebenfalls in dem Bereich unterbrochen. Die Deutsche Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Taxis ein. Für Fernreisende zwischen Pinneberg und Altona verkehrten Ersatzbusse, hieß es.
Nach Angaben der Feuerwehr wurde die Bombe bei Bauarbeiten im Stadtteil Bahrenfeld gefunden. Es sei ein Sperrbereich von 400 Metern um die Fundstelle festgelegt worden, der Warnbereich betrage 1.000 Meter. Der Sperrbereich muss von Menschen verlassen werden. Zwei Schulen und eine Halle wurden als Aufenthaltsräume für Evakuierte genutzt. Im Warnbereich müssen Anwohner sich in die hinteren Räume ihrer Wohnungen zurückziehen und sich von Fenstern fernhalten.
Am Diebsteich baut die Deutsche Bahn den neuen Bahnhof Altona, der damit etwa zwei Kilometer nach Norden verlegt wird. Mehr als 80 Jahre nach Kriegsende werden in Hamburg noch immer Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, die in den oft weichen Boden eingedrungen sind, ohne zu explodieren. Bei Bauarbeiten werden regelmäßig Sondierungen vorgenommen. Es kommt aber auch vor, dass Bomben unerwartet gefunden werden.