24. September 2026 – dpa

Wohngeld

Wohnungswirtschaft gegen Wohngeld-Kürzung

VNW-Direktor Breitner warnt: Die Pläne der Bundesregierung beschleunigten den sozialen Abstieg vieler Menschen im Norden. Was er von den Ländern erwartet.

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Die norddeutsche Wohnungswirtschaft ist gegen Kürzungen beim Wohngeld. (Symbolbild)

Die norddeutsche Wohnungswirtschaft fordert von den Landesregierungen in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern eine Ablehnung der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Kürzungen beim Wohngeld im Bundesrat. «Die Pläne der Bundesregierung, die Wohngeldausgaben um mehr als 40 Prozent zu kürzen, beschleunigen den sozialen Abstieg vieler Menschen im Norden», sagte der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Andreas Breitner.

Der Bundesrat will am Freitag über die Vorschläge der schwarz-roten Bundesregierung beraten. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) will beim Wohngeld 2027 mindestens 1,5 Milliarden Euro, ab 2028 dann zwei Milliarden Euro jährlich einsparen.

Es sei zwar richtig, dass Bund und Länder sparen müssten, sagte Breitner. «Warum das aber auf Kosten der Schwachen in unserer Gesellschaft passieren muss, verstehe, wer will.» Das Wohngeld sei ein Zeichen gesellschaftlicher Solidarität und ermögliche vielen Menschen – vor allem Rentnerinnen und Rentnern – bezahlbares Wohnen. «Seit die Wohngeldreform Anfang 2023 in Kraft getreten ist, stieg die Zahl der Empfänger in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern deutlich.»

Nach Angaben des Statistikamtes Nord haben Ende 2025 in Hamburg knapp 27.000 Haushalte Wohngeld erhalten. Im Schnitt gab es einen staatlichen Mietzuschuss in Höhe von 318 Euro im Monat. In Schleswig-Holstein waren es knapp 52.000. Diese zahlten durchschnittlich 590 Euro Miete und erhielten Unterstützung in Höhe von 295 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern bekamen mehr als 46.600 Haushalte Wohngeld, im Schnitt 217 Euro.

Das Wohngeld sei vor allem deshalb eine gute Lösung, weil es die Wohnkosten als Ganzes betrachte, also auch die stark steigenden Nebenkosten berücksichtige, sagte Breitner. «Während Wohnungsgenossenschaften und am Gemeinwohl orientierte Gesellschaften ihre Mieten – wenn überhaupt – nur moderat erhöhen, werden die Menschen derzeit in erster Linie mit deutlich erhöhten Fernwärme- und Strompreisen konfrontiert.» Kommunen langten auch bei den Gebühren kräftig zu.

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