02. September 2026 – dpa
80 Stunden lang Reanimation am Stück: Freiwillige setzen in Schwerin ein Zeichen für mehr Herzsicherheit – und stellen vielleicht auch einen neuen Weltrekord auf.
Zahlreiche Freiwillige beteiligen sich in Schwerin an einem Weltrekordversuch in Herzdruckmassage. 80 Stunden lang soll in der Marienplatz-Galerie ohne Unterbrechung an einer Übungspuppe die Rettungsmaßnahme ausgeübt werden. «Alle vier Minuten fällt in Deutschland ein Mensch mit einem Herz-Kreislauf-Stillstand um», erklärte Notarzt Frederik Schlichting. Das seien mehr als 200 Tote pro Tag.
Mit der Rekordaktion will der Verein Notfallversorgung im ambulanten Sektor (Nofias) gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz auf die Gefahr eines plötzlichen Herztods aufmerksam machen. Erst im August war in Nordrhein-Westfalen ein Rekord von 72 Stunden durchgängiger Reanimation aufgestellt worden.
«Insbesondere in einem Flächenland wie Mecklenburg-Vorpommern, in dem die Wege auch für den Rettungsdienst weit sein können, kommt es auf das beherzte Eingreifen von Umstehenden an», mahnte Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD), die sich ebenfalls an der Aktion beteiligte. Auch Schwerins Oberbürgermeister Sebastian Ehlers (CDU) legte Hand an.
Jeder, der Lust habe, könne in den nächsten Tagen an dem Rekordversuch teilnehmen und dabei lernen, «dass man den Mut haben kann, stehenzubleiben und zu helfen», sagte Schlichting. «Wiederbeleben ist kinderleicht. Es besteht eigentlich nur aus Prüfen, Rufen, Drücken. Das Wichtige ist, dass man etwas tut.»
Wer in einer Notlage helfen will, kann sich diese Leitformel ins Gedächtnis rufen: Prüfen: keine Reaktion? Keine oder keine normale Atmung? Rufen: den Notruf 112 wählen. Drücken: Herzdruckmassage. Das Rote Kreuz erläutert: «Fest und schnell fünf bis sechs Zentimeter tief in der Mitte des Brustkorbs 100- bis 120-mal pro Minute drücken. Nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.»