25. Juni 2026 – dpa

Brände

Brand auf ehemaligem Panzerschießplatz breitet sich aus

Ein Großbrand auf einem munitionsbelasteten Gelände bei Neustrelitz beschäftigt zahlreiche Einsatzkräfte. Warum sie das Gebiet nicht betreten dürfen und was sie stattdessen unternehmen.

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80 Hektar Wald nahe Neustrelitz stehen in Flammen., Foto: Landkreis Mecklenburgische Seenp

Der Großbrand auf einem ehemaligen sowjetischen Panzerschießplatz bei Neustrelitz (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) breitet sich weiter aus. Jörg Westphal, stellvertretender Gemeindewehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Neustrelitz, sprach am Donnerstagnachmittag von schätzungsweise rund 100 Hektar betroffener Fläche. Das wären deutlich mehr als 100 Fußballfelder.

Es handle sich um einen der größten Brände der letzten Jahre in der Region, sagte Westphal. Das betroffene Gelände, das zum Müritz-Nationalpark gehört, sei stark munitionsbelastet. «Hier liegt jede Menge Panzermunition herum», erklärte Westphal. «Wir dürfen das gesamte Gebiet nicht betreten.» Es habe bereits Explosionen gegeben.

«Auf dem eigentlichen Übungsplatz können wir nur kontrolliert abbrennen lassen und hoffen, dass das Feuer in die vorbereiteten Verteidigungsstellen reinläuft.» Dort stünden etwa Kreisregner, die Wasser verteilen. Auch Sprühschläuche seien ausgelegt. Laut Landkreis sind auch Roboter im Einsatz, die Wasser versprühen. Etwa 160 Einsatzkräfte verschiedener Feuerwehren seien im Einsatz. Wie lang dieser noch andauert, hängt laut Westphal maßgeblich vom Wind ab. «Das ist schwer vorherzusagen.»

Je nach Windrichtung könnten noch weitere 50 Hektar innerhalb der Verteidigungslinien abbrennen. Dort befinde sich auch Hochwald in Form von Kiefern. Das würde dem Feuer noch einmal erheblich Nahrung geben.

Überlegungen, etwa gepanzerte Löschtechnik hinzuziehen, seien verworfen worden, weil auch diese angesichts der Art der Munitionsbelastung nicht ausgereicht hätte. Nach Aussage eines Landkreissprechers wäre auch ein Löschhubschrauber weniger geeignet. Es handle sich um einen Bodenbrand. Das Wasser, das von einer bestimmten Höhe abgeworfen werden müsste, würde weitgehend zerstäuben und könnte nicht zielgerichtet eingesetzt werden.

Westphal sagte, ein Feuerwehrmann würde am liebsten immer aktiv nach vorn gehen. Das gehe hier aber nicht. Die Sicherheit habe Vorrang. Als Brandursache gebe es unterschiedliche Möglichkeiten. Altmunition könne durch Hitze explodieren und so zum Brandausbruch führen. Das Feuer wiederum ließe dann weitere Munition hochgehen.

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