01. November 2026 – dpa
Die Berliner Linke will Wohnungen vergesellschaften – die Bundesregierung plant ein Verbot. Vor den Koalitionsverhandlungen in Schwerin findet Linken-Landeschef Hennis Herbst dazu deutliche Worte.
In der Debatte um die Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände stellt sich der Linke-Landesvorsitzende von Mecklenburg-Vorpommern, Hennis Herbst, hinter die Pläne seiner Partei in Berlin. Dabei übt er Druck auf die SPD aus, mit der er in Schwerin gerade als einer von zwei kleinen Partnern über die Bildung einer rot-rot-grünen Koalition verhandelt.
Die Berliner Landesverbände von Linke, Grüne und SPD hatten sich bei Sondierungen darauf geeinigt, im Falle einer Koalition eine Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände angehen zu wollen. Eine Überführung in Gemeineigentum gegen Entschädigung, die im Grundgesetz vorgesehen ist, wäre in Deutschland bislang einmalig. Die Bundesregierung, der die SPD ebenfalls angehört, will die Möglichkeit dagegen mit einem Gesetz stoppen.
Herbst kritisierte das heftig. Die Bundesregierung stelle die Interessen großer Immobilienkonzerne über den Willen der Berlinerinnen und Berliner, die in einem Volksentscheid für die Vergesellschaftung gestimmt hatten, erklärte er. Die SPD dürfe dabei nicht mitmachen.
«Im Berliner Abgeordnetenhaus bekennt sie sich in den Koalitionsverhandlungen mit Linken und Grünen dazu, die Vergesellschaftung großer privater Wohnungsbestände auf Grundlage von Artikel 15 voranzubringen.» Zugleich arbeite die Bundesregierung aus CDU und SPD an einem Gesetz, um genau das zu verhindern. «Das wäre schizophren», so Herbst.