14. Juli 2026 – dpa
Ein offensichtlich nicht verkehrstüchtiger Lkw-Fahrer ist mit seinem Gespann auf der A20 unterwegs. Ein Auto- und auch ein anderer Lkw-Fahrer zeigen Courage - und werden teils selbst bedrängt.
Ein angetrunkener und in Schlangenlinien fahrender Lkw-Fahrer hat auf der A20 nicht nur die Polizei beschäftigt. Wie diese mitteilte, fuhr zeitweise ein 50 Jahre alter Autofahrer hinter dem auffälligen Lkw her, um per Warnblinkanlage den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Ein weiterer Lkw-Fahrer habe sich zudem zeitweise vor den Lastwagen des angetrunkenen 57-Jährigen gesetzt, um diesen zu verlangsamen und zum Halten zu bringen. Allerdings habe der 57-Jährige ihn links überholt und ihn auf den Standstreifen abgedrängt.
Der 50 Jahre alte Autofahrer hatte den Angaben zufolge den Lkw der Polizei am Montagabend gemeldet. Nach dessen Aussage sei der 57-Jährige in Schlangenlinien gefahren und habe über mehrere Meter die Leitplanke am rechten Fahrbahnrand touchiert. Er stoppte demnach schließlich auf dem Seitenstreifen. Der Zeuge habe ihn auf den Unfall angesprochen, starken Alkoholgeruch festgestellt und auch eine angebrochene Schnapsflasche im Führerhaus gesehen.
Als er zu seinem Auto zurückging, um die Polizei zu rufen, fuhr der Lkw-Fahrer demnach weiter. Nach einem weiteren Stopp auf einem Rastplatz habe sich dann der noch unbekannte Lkw-Fahrer mit seinem Fahrzeug zeitweise vor das Gespann des 57-Jährigen gesetzt.
Schließlich entdeckte die Polizei die Zugmaschine samt Sattelauflieger hinter der Anschlussstelle Pasewalk Süd und sah ebenfalls, dass der Lkw in Schlangenlinie unterwegs war. Das Gespann wurde gestoppt. Eine Atemalkoholkontrolle ergab demnach 1,79 Promille. Die Beamten zogen den Führerschein des Fahrers ein.
Die Polizei ermittelt unter anderem wegen der Gefährdung des Straßenverkehrs, der Nötigung sowie der Unfallflucht und dankte den couragierten Beteiligten.