01. Juli 2026 – dpa

Gesellschaft

MV deutschlandweit mit stärkstem Rückgang der Geburtenrate

Frauen bringen im Schnitt weniger Kinder zur Welt - das gilt für Deutschland, wie auch für MV. Hier war der Trend aber zuletzt besonders deutlich. Zwischen Ost und West gibt es Unterschiede.

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Im Ländervergleich belegte MV in Sachen Geburtenrate zuletzt einen der hinteren Plätze. (Symbolbild)

Bei der Zahl der Kinder, die Frauen durchschnittlich zur Welt bringen, belegt Mecklenburg-Vorpommern im Ländervergleich einen hinteren Platz. Der als Geburtenrate bezeichnete Wert betrug vergangenes Jahr im Nordosten 1,21, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Deutschlandweit gaben die Statistiker den Wert mit 1,32 an. Niedriger als in MV fielen die Geburtenraten demnach nur in Thüringen (1,2), Berlin (1,19) und Sachsen (1,16) aus.

Deutschlandweit sinkt die Geburtenrate den Angaben zufolge seit einigen Jahren. Im vergangenen Jahr fiel dieser Rückgang demnach in keinem Bundesland so stark aus wie in MV. Im Nordosten lag die Geburtenrate 2025 laut Bundesamt um 6,3 Prozent niedriger als im Vorjahr (bundesweit -2,7 Prozent).

Noch niedriger als zuletzt war die Geburtenrate in Deutschland laut Statistikern Mitte der 1990er Jahre mit einem Tiefstwert von 1,24 Kindern je Frau. «Die damals Geborenen bilden die derzeit relativ kleine Generation potenzieller Eltern», erklärten sie. Wie das Bundesamt bereits zuvor bekanntgab, war die Zahl der Geburten 2025 infolge dieser Entwicklung auf den niedrigsten Stand der Nachkriegszeit gesunken - und zwar auf 654.241 Babys.

Auch die Zahl der Geburten in MV war 2025 auf einen historisch niedrigen Wert gesunken. Wie das Statistikamt im April unter Verweis auf vorläufige Daten mitteilte, erblickten 8.385 Babys im Nordosten das Licht der Welt. Das ist der geringste Wert seit Beginn der Datenerfassung 1960.

Niedrige Geburtenzahlen Mitte der 1990er Jahre gingen als Nachwende-Geburtenknick in die Geschichte ein. Als Gründe galten die wirtschaftliche Unsicherheit und die Abwanderung - vor allem junger Frauen - in großer Zahl.

Zum Ost-West-Vergleich der jüngsten Zahlen hieß es: «Die Geburtenhäufigkeit in den östlichen Flächenländern war mit 1,22 Kindern je Frau geringer als in den westlichen Bundesländern mit 1,34 Kindern je Frau.» Am höchsten in Ostdeutschland war die Geburtenrate in Brandenburg (1,30), am höchsten in ganz Deutschland war sie in Niedersachsen (1,38).

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