22. September 2026 – dpa
Die tödliche Waffe war eine Armbrust. Mit der soll ein Mann durch den Zaun auf seinen Nachbarn geschossen haben. Beide waren zuvor in Streit geraten. Auch Alkohol spielte eine Rolle.
Ein 51 Jahre alter Mann, der seinen Nachbarn mit einer Armbrust getötet haben soll, steht wegen des Vorwurfs des Totschlags vor dem Landgericht in Neubrandenburg. Die beiden Männer hatten am 18. April dieses Jahres in dem zu Neustrelitz gehörenden Ort Prälank auf der Terrasse des Angeklagten Alkohol getrunken, gerieten dabei aber laut Anklage in Streit. Der 51-jährige Deutsche drohte dem 32 Jahre alten Nachbarn damit, dass er ihn töten werde.
Er habe daraufhin eine Armbrust und einen mit scharfer Metallspitze versehenen Armbrustbolzen aus der Garage geholt und sei zum Maschendrahtzaun gegangen, der sein Grundstück von dem des Nachbarn trennte. Auf der anderen Seite hielt sich inzwischen der 32-Jährige auf, auf den der Angeklagte dann laut Anklage aus etwa zwei Metern Entfernung mit der Armbrust schoss. Der Bolzen traf den Mann am Hals und durchtrennte mehrere Blutgefäße. Der 32-Jährige sei wegen erheblichen Blutverlustes gestorben.
Der Angeklagte habe sich heute zum Prozessauftakt geäußert, sagte ein Gerichtssprecher. Laut NDR gestand der Mann dabei die Tat. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, den Tod des Nachbarn zumindest billigend in Kauf genommen zu haben. Der 51-Jährige, der sich seit dem 19. April in Untersuchungshaft befindet, hatte selbst die Polizei über den Notruf alarmiert. Die Beamten stellten bei ihm damals einen Atemalkoholwert 2,79 Promille fest.