20. August 2026 – dpa
Mehr als ein Viertel der Vorschulkinder in MV hat laut Barmer Sprech- oder Sprachstörungen. Was Landesgeschäftsführer Kutzbach dazu sagt.
Nach Berechnungen der Krankenkasse Barmer haben mehr als ein Viertel der Vorschulkinder in Mecklenburg-Vorpommern Probleme mit Sprache oder Motorik. Bei 26,9 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen wurde im Jahr 2024 eine Sprech- oder Sprachstörung festgestellt. Das seien mehr als 13.000 Kinder im Land. Motorische Entwicklungsstörungen wurden bei 8,2 Prozent der Kinder unter sechs Jahren diagnostiziert, was rund 5.500 Kindern entspricht.
«Entwicklungsstörungen haben in Mecklenburg-Vorpommern einen neuen Höchststand erreicht. Die Zahlen verdeutlichen, dass viele Kinder Unterstützung bei Sprache und Motorik brauchen», sagte Henning Kutzbach, Barmer-Landesgeschäftsführer in Mecklenburg-Vorpommern. Für die Berechnung wurden anonymisierte Daten auf Basis von Angaben des Statistischen Bundesamtes standardisiert und hochgerechnet.
Kinder lernten durch Sprechen, Spielen und Bewegen, so Kutzbach weiter: «Diese Aktivitäten fördern nicht nur ihre Entwicklung, sondern auch soziale Kompetenzen.» Verlässliche soziale Kontakte seien dabei unverzichtbar. Persönliche Zuwendung könne durch digitale Medien nicht ersetzt werden. Kutzbach: «Gerade in den ersten Lebensjahren sind echte Interaktionen und gemeinsame Erlebnisse entscheidend.»
Nach Angaben der Barmer ist der Anteil der Kinder mit einer entwicklungsbedingten Störung der Sprache und des Sprechens von 2005 bis 2024 von 16,3 auf 26,9 Prozent gestiegen. Das entspreche einem Plus von 65 Prozent. Der Anteil der Kinder mit motorischen Entwicklungsstörungen habe sich im selben Zeitraum von vier auf 8,2 Prozent mehr als verdoppelt. Jungen seien dabei häufiger betroffen als Mädchen.