12. August 2026 – dpa
Der Name Mitropa weckt bei vielen Menschen Erinnerungen an vergangene Bahnreisen. Für eine Ausstellung sucht das Industriemuseum Chemnitz nun Zeitzeugenberichte und Exponate.
Die Mitropa prägte über Jahrzehnte das Bahnreisen vor allem in der DDR. Zu ihrem 110. Jubiläum plant das Industriemuseum in Chemnitz nun eine Ausstellung und sucht dafür Zeitzeugen und Erinnerungsstücke. Dazu zählen Geschirr, Speisekarten, Uniformen, Fotografien, Werbegrafiken und Souvenirs, aber auch persönliche Berichte ehemaliger Beschäftigter, Reisender oder Menschen, die auf andere Weise mit der Mitropa verbunden waren, wie es in einem Aufruf heißt. Die Erinnerungen können schriftlich, im persönlichen Gespräch oder mit Fotografien und Dokumenten eingebracht werden.
Die Mitteleuropäische Schlaf- und Speisewagen AG - kurz Mitropa - war am 24. November 1916 gegründet worden und wuchs über die Jahrzehnte zu einem Konzern heran, der Reisende in Deutschland und teilweise Österreich und der Schweiz versorgte. Das Unternehmen betrieb Schlaf- und Speisewagen, Bahnhofrestaurants, Hotels und Raststätten. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Teilung Deutschlands lebte die Mitropa in der DDR fort. Daher dürfte sie vor allem dort vielen Menschen mit ihren bordeauxroten Wagen und dem Geschirr in Bauhaus-Tradition in Erinnerung sein.
«Mit der Ausstellung möchten wir nicht nur die Geschichte eines traditionsreichen Unternehmens erzählen, sondern auch die Erinnerungen der Menschen sichtbar machen, die diese Geschichte erlebt haben», erklärt Kuratorin Anett Polig. «Viele der schönsten Geschichten schlummern noch in privaten Fotoalben, Schränken oder werden bis heute innerhalb der Familie weitererzählt.»
Die Ausstellung mit dem Titel «MITROPA - Zwischen Bahnsteig und Besteck» ist vom 13. November bis 25. April geplant. Wer dazu etwas beisteuern möchte, kann sich bis zum 14. September unter 0371 3676135 oder presse@industriemuseum-chemnitz.de an das Museum wenden.