21. August 2026 – dpa
Smartphone-Verbot, KI auf Plätzen oder Ferienwohnungen: Mit dem neuen Kandidierendencheck können Wähler herausfinden, wer ihre Meinung am besten vertritt.
Die Plattform «Abgeordnetenwatch» hat zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern im September ein Vergleichsportal zu den Direktkandidaten in den Wahlkreisen des Landes freigeschaltet. Der «Kandidierendencheck» soll die politischen Positionen der Bewerberinnen und Bewerber sichtbar und vergleichbar machen, wie die Plattform mitteilte. Ähnlich wie beim «Wahl-O-Mat» können die Nutzer anhand von 19 politischen Thesen aus der Landespolitik herausfinden, welcher Kandidat aus dem Heimatwahlkreis ihren eigenen Überzeugungen am nächsten steht.
Die genannten Themen reichen vom Smartphone-Verbot an Schulen über die Umwandlung von Wohnungen in Ferienwohnungen bis hin zum KI-Einsatz auf öffentlichen Plätzen. «Bei der Landtagswahl stehen wichtige Entscheidungen an, und die Mehrheiten im Land sind offen», sagte Plattformleiterin Louiza Charalambous. Gerade dann reiche es nicht, nur auf Parteizugehörigkeit oder Umfragewerte zu schauen. Der «Kandidierendencheck» mache die Positionen der Bewerber «sichtbar, vergleichbar und dauerhaft öffentlich».
Nach Angaben der Plattform haben sich bislang 70 Prozent der Direktkandidaten in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Portal positioniert, darunter auch die Spitzenkandidatinnen und -kandidaten aller antretenden Parteien. Die höchste Beteiligung mit mehr als 70 Prozent gibt es demnach bei Vertretern der Linken, der Grünen, der SPD und der AfD. Bei der CDU liege die Teilnahmequote derzeit bei 56 Prozent und bei der FDP bei 45 Prozent.
Ebenfalls verfügbar ist zudem das «Frageportal für Mecklenburg-Vorpommern», über das die Wahlkandidaten direkt befragt werden können. Sämtliche Fragen würden von «Abgeordnetenwatch» geprüft und anschließend veröffentlicht. Beide Portale bleiben auch nach der Landtagswahl öffentlich einsehbar.
Jüngste Umfragen sehen die AfD bei der Landtagswahl am 20. September derzeit mit 36 Prozent klar vorn. Gleichwohl wachsen die Chancen für eine rot-rot-grüne Koalition. Einer Insa-Umfrage im Auftrag des Neubrandenburger «Nordkuriers» zufolge würden SPD, Linke und Grüne aktuell zusammen auf 45 Prozent der Stimmen kommen. AfD und CDU kämen zwar zusammen auf 46 Prozent. Allerdings schließt die CDU eine Koalition mit der AfD aus. Die Daten beruhen auf einer Onlinebefragung von 1.000 Menschen vom 4. bis 11. August.