21. August 2026 – dpa

Bildung

Schulstart in MV: Was auf Schüler und Eltern zukommt

Für die Schüler waren die Ferien viel zu kurz, für manche Eltern ewig lang - ab Montag geht der Unterricht im Nordosten wieder los. Es gibt einige Neuheiten - nicht nur für Tausende ABC-Schützen.

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Der Unterricht in den Schulen Mecklenburg-Vorpommerns geht an über 500 Schulen wieder los (Archivbild)

In Mecklenburg-Vorpommern startet am Montag das neue Schuljahr. Bis zu den Herbstferien Mitte Oktober ist nun wieder Büffeln angesagt. Das Land macht den Schülern neue Angebote. Es gibt aber auch einige neue Einschränkungen zu beachten. Von Boizenburg im Westen bis nach Penkun im äußersten Osten des Landes machen sich Tausende Kinder das erste Mal auf den Weg in die Schule. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Wie viele Schüler gibt es in diesem Jahr? Wie viele von ihnen sind Schulanfänger?

Nach Angaben der Landesregierung startet an den 561 allgemeinbildenden Schulen im Land der Unterricht für insgesamt 163.600 Kinder und Jugendliche. Das sind etwas weniger als im vergangenen Jahr, als die Gesamtschülerzahl noch bei 164.900 lag. Der Rückgang liegt vor allem an den Einschulungen: Wurden 2025 noch 14.600 Kinder eingeschult, gibt es diesmal nur noch 13.300 Erstklässler.

In den nächsten Jahren dürfte der Trend anhalten. Das Bildungsministerium hat erst Mitte der Woche prognostiziert, dass die Zahl der Kinder in den Kitas und der Kindertagespflege bis 2035 um 29 Prozent sinken wird. Dies wird dann auf die Schulen durchschlagen. Grund ist nach Angaben von Bildungsministerin Simone Oldenburg (Linke) die Abwanderung junger Frauen seit der Wende.

Wie können Eltern ihre Kinder auf den allerersten Schultag vorbereiten?

Kinder müssen zur Einschulung weder lesen und schreiben noch rechnen können. Bei der Vorbereitung auf das Erlernen dieser Fähigkeiten hilft es aber, wenn Eltern mit den Kleinen Bücher ansehen und darüber mit ihnen sprechen. Auch das Nacherzählen von Geschichten oder das Beibringen von Gedichten ist hilfreich. Als Vorstufe zum Rechnen sollten die Erstklässler zumindest schon bis zehn zählen können. Mit Würfelspielen wie Mensch-Ärgere-Dich-Nicht lässt sich auch schon das einfache Rechnen üben.

Damit die Kinder mit Freude zur Schule gehen und ein gesundes Lernklima entsteht, ist es zudem wichtig, ihnen beizubringen, Rücksicht auf andere zu nehmen, zuzuhören und gegebenenfalls auch mit kleineren Misserfolgen umzugehen. Das ist sicher keine Aufgabe, die sich innerhalb weniger Tage lösen lässt.

Was brauchen die Schüler für das neue Schuljahr?

Auch wenn viel von Digitalisierung die Rede ist: Bleistifte und Anspitzer, Füller und in den höheren Klassenstufen auch Kugelschreiber bleiben weiter notwendiges Rüstzeug. Daneben müssen die Eltern für Schulhefte - kariert oder liniert - sorgen. Bei den Schulbüchern hingegen machen viele Bildungseinrichtungen selbst Angebote. Schulbücher können in der Regel kostenlos ausgeliehen werden.

Was bieten die Schulen neu in diesem Jahr an?

Ab dem Schuljahr 2026/27 führt das Land an den Grundschulen die Ganztagsbetreuung ein. Der Rechtsanspruch gilt zunächst einmal für Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen und wird jedes Jahr um eine Klassenstufe erweitert. 2029 soll der Ganztagsunterricht dann bis zur vierten Klasse ausgeweitet werden. Insgesamt sind das 40 Stunden pro Woche. Das Angebot gilt auch für die Ferien und muss nicht von den Eltern beantragt werden.

Eltern können sogar bis zu 50 Stunden Betreuung pro Woche beantragen. Das soll vor allem Alleinerziehende und Paare entlasten, wo beide Elternteile voll berufstätig sind.

Wie bewerkstelligen die Schulen die neuen Aufgaben?

Im vergangenen Jahr beschäftigten die allgemein bildenden Schulen im Land der offiziellen Statistik nach etwa 12.000 Lehrkräfte. Oft bewältigen sie den Aufwand nur durch Überstunden. Trotzdem sind knapp drei Prozent der Stunden ausgefallen. Im Frühjahr hatte Oldenburg einen Lehrkräftemangel eingeräumt. Ob es zum Schuljahreswechsel Neueinstellungen gegeben hat, teilte die Landesregierung bislang nicht mit. Durch die sinkenden Schülerzahlen dürfte sich die Lage nur leicht entspannen. Langfristig soll ein reformiertes Ausbildungsprogramm den Lehrermangel beheben. Mehr Praktika gleich zu Beginn sollen das Lehramtsstudium wieder attraktiver machen.

Welche neuen Vorgaben gibt es bei der Versetzung?

Bislang konnten Eltern in der Grundschule selbst entscheiden, ob ihr Kind aus der Schuleingangsphase - also den ersten beiden Schuljahren - in eine höhere Klasse versetzt wird oder nicht. Ab diesem Jahr können die Eltern dies nur noch gemeinsam mit den Lehrkräften und der Schulleitung tun. Zudem gibt es neue Regelungen über den sogenannten Notenausgeich für die Versetzung an Gymnasien und in die zehnte Klasse an den Regionalschulen: Mangelhafte Leistungen (Note 5) in den Fächern Mathematik, Deutsch und der ersten Fremdsprache können Schüler auch nicht mehr durch bessere Zensuren in anderen Fächern ausgleichen.

Wie sieht es mit dem Handy-Umgang in der Klasse und auf dem Schulhof aus?

Am Ende entscheiden die Schulen über den Umgang mit digitalen Geräten selbst. Die Landesregierung empfiehlt, das private Handy bis einschließlich der neunten Klasse zu Hause zu lassen. Schüler sollten ihr Smartphone weder im Unterricht noch in den Pausen auf dem Schulhof oder bei schulischen Veranstaltungen außerhalb nutzen, heißt es in der Empfehlung. In Ausnahmefällen kann es demnach in bestimmten Lernsituationen verwendet werden - die Entscheidung darüber liegt bei der Lehrkraft. In den höheren Klassen zehn bis zwölf sollen die Schulen einen festen Rahmen vorgeben - etwa durch festgelegte Nutzungszeiten.

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