17. Juli 2026 – dpa
Wie viele Menschen in Mecklenburg-Vorpommern wollen schon vor dem gesetzlichen Rentenalter aus dem Beruf aussteigen? Und wie viele wollen im Gegensatz dazu länger arbeiten? Dazu gibt es neue Zahlen.
Viele ältere Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern wollen nach einer Untersuchung der Krankenkasse DAK-Gesundheit früher in Rente gehen. Nach Zahlen des DAK-Gesundheitsreports «Arbeiten ab 50» äußerten 47 Prozent der Befragten ab 50 Jahre diesen Wunsch.
Für den Report analysierte das IGES Institut den Krankenstand aller DAK-versicherten Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern, zudem führte Forsa eine repräsentative Bevölkerungsumfrage durch.
Der Umfrage zufolge möchten über alle Altersgruppen hinweg nur 31 Prozent bis zur gesetzlichen Rente arbeiten. 18 Prozent können sich aber immerhin vorstellen, auch darüber hinaus erwerbstätig zu bleiben. Über einen früheren Ausstieg aus dem Erwerbsleben denken im Gegenzug 39 Prozent nach. Von den Beschäftigten mit einem schlechteren Gesundheitszustand planen 51 Prozent einen Renteneintritt vor der gesetzlichen Altersgrenze. Ob Menschen länger arbeiten möchten, hängt auch von ihrer Gesundheit ab.
Ein weiteres Ergebnis des Reports ist, dass ältere Beschäftigte seltener, aber im Schnitt länger krankgeschrieben sind. Im Alter von 66 Jahren liegt der Krankenstand der Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern im Schnitt bei 11 Prozent. Bei den Beschäftigten ab 50 Jahren liegt der Wert im Durchschnitt bei 8,7 Prozent.
Beschäftigte ab 50 Jahren kamen 2025 auf 180 Krankschreibungen je 100 Versicherte, bei den unter 50-Jährigen waren es 235 Fälle. Bei Erwerbstätigen ab 50 Jahren dauerten die Krankmeldungen mit durchschnittlich 17,7 Tagen deutlich länger als bei Beschäftigten bis 49 Jahren (8,9 Tage).
«Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels wird es für Unternehmen immer wichtiger, erfahrene Beschäftigte gesund, motiviert und leistungsfähig im Berufsleben zu halten», kommentierte der Landeschef der DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Mirwald, die Zahlen. «Dafür braucht es Wertschätzung, altersgerechte Arbeitsbedingungen und ein betriebliches Gesundheitsmanagement, das auch auf die Bedürfnisse älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeht.»
Gegenüber der neuen Aktivrente sind 57 Prozent der Beschäftigten ab 50 Jahren in Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich offen. 24 Prozent können sich die Nutzung einer Aktivrente gut vorstellen, weitere 33 Prozent schließen dies nicht aus. 43 Prozent lehnen die Aktivrente klar ab. Rentner können nach der neuen Regelung in begrenztem Umfang steuerfrei hinzuzuverdienen.
Für den Gesundheitsreport wurden nach Angaben der DAK unter anderem die
Krankschreibungen von 64.000 erwerbstätigen Versicherten der
DAK-Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern ausgewertet. Für die repräsentative Forsa-Befragung wurden im November 2025 bundesweit 7.086 Beschäftigte online befragt, davon 3.548 ab 50 Jahren. In Mecklenburg-Vorpommern waren es 208 Befragte, davon 105 ab 50 Jahren. Die DAK-Gesundheit ist nach eigenen Angaben die drittgrößte gesetzliche Krankenkasse in Deutschland.