03. September 2026 – dpa
Im Prozess um den getöteten Fabian wurden mehrere Kinder per Video als Zeugen befragt. Ihre Aussagen widersprechen der Version der Staatsanwaltschaft - doch es bleiben viele Fragen offen.
Im Prozess um den gewaltsamen Tod des kleinen Fabian aus Güstrow hat ein Nachbarmädchen als Zeugin ausgesagt, der Junge sei am mutmaßlichen Tag der Ermordung von zwei Männern verfolgt worden. Sie habe Fabian am 10. Oktober zwischen 14 und 15 Uhr «direkt vor meiner Haustür, also schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite gesehen», gab die Zeugin in der Videobefragung zu Protokoll. Zwei schwarz gekleidete Männer seien ihm gefolgt.
Fabian habe sich mehrfach umgedreht, sei immer schneller gegangen und in eine Nebenstraße eingebogen, sagte sie. Laut der Augenzeugin war der Junge zu der Zeit zu Fuß unterwegs. Zuvor hatten zwei Mitschüler ausgesagt, ihn gut eine Stunde vorher mit dem Fahrrad in der Stadt gesehen zu haben. Auch beschrieb sie Fabians Kleidung anders als ein vorheriger Zeuge, der ihn im Pullover gesehen haben wollte. Ihren Angaben nach war Fabian mit einer Jacke bekleidet. Das Mädchen kannte Fabian nur vom Sehen her.
Vor Gericht steht eine 30-jährige Angeklagte. Sie soll den achtjährigen Fabian laut Staatsanwaltschaft am 10. Oktober 2025 aus seiner Wohnung in Güstrow gelockt und dann an einem Teich bei Klein Upahl, etwa 15 Kilometer südlich der Kleinstadt, erstochen und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt haben. Das Motiv soll mit dem Verhältnis der Angeklagten zu Fabians Vater und dem zeitweisen Ende dieser Beziehung zusammenhängen. Die Angeklagte streitet eine Beteiligung an der Tat ab.