12. August 2026 – dpa

Statistik

Öffentliche Schulden gestiegen - Das sind die Spitzenreiter

Wenige Kommunen in MV sind schuldenfrei, viele stehen mit vierstelligen Beträgen pro Einwohner in der Kreide. Woran liegt das?

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Land und Kommunen in MV haben im vergangenen Jahr mehr Schulden gemacht. (Symbolbild)

Der öffentliche Schuldenberg in Mecklenburg-Vorpommern ist im vergangenen Jahr gewachsen. Am Jahresende standen Land und Kommunen mit 12,6 Milliarden Euro bei Kreditgebern in der Kreide, wie aus aktuellen Daten des Statistischen Amtes MV hervorgeht. Ein Jahr zuvor waren es demnach 12,1 Milliarden Euro gewesen. Damit wuchsen die Schulden binnen eines Jahres um 500 Millionen Euro.

Dabei stieg die Kreditlast der Kommunen deutlich stärker als die des Landes, und zwar um elf Prozent auf knapp 2,8 Milliarden Euro. Beim Land stiegen die Schulden lediglich um 2,3 Prozent auf gut 9,8 Milliarden Euro an.

Der Städte- und Gemeindetag MV schlägt schon seit längerem Alarm. «Seit Jahren wachsen die Ausgaben schneller als die Einnahmen», sagte der Finanzexperte des Kommunalverbandes, Thomas Deiters, der Deutschen Presse-Agentur.

Vor allem im Sozialbereich liefen die Kosten davon, «allen voran bei Eingliederungshilfe, Kita und Jugendhilfe». Das seien alles keine Themen, die von den Kommunen beeinflusst werden könnten. Die Entscheidungen fielen in Berlin. Beim Thema Kita ist auch das Land im Boot. Deiters befürchtet, dass viele Kommunen nächstes Jahr in ihren laufenden Haushalten Einsparungen vornehmen müssen.

Die größte Schuldenlast aller Kommunen im Land trägt aktuell die rund 180 Einwohner kleine Gemeinde Iven bei Anklam im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Die Statistik weist pro Einwohner 9.344 Euro aus. Hinzu kommen statistisch gesehen pro Einwohner 6.256 Euro Schulden des Landes.

Bürgermeister Jörg Beweries sagt zu den Schulden seines Ortes: «Wir haben die Dorfstraße denkmalgerecht mit Kopfsteinpflaster saniert, das hat es teuer gemacht.» Eine gute Million Euro sei in die Straße geflossen.

Außerdem stehe noch ein großer Wohnblock aus DDR-Zeit im Ort, der nach der Wende saniert worden sei, in dem aber viele Wohnungen leer stünden. Die Schulden von damals seien noch da. Er habe Hilfe aus dem Entschuldungsprogramm des Landes beantragt, sagte der parteilose Bürgermeister weiter. «Wir hoffen auf ein positives Signal.»

Ansonsten sei der Ort auf einem guten Weg. Junge Leute zögen zu und glichen so die Sterbefälle aus. Die Einwohnerzahl sei stabil. «Teilweise kehren die Kinder zurück, die hier aufgewachsen sind», erzählt Beweries. Teils übernähmen sie das Haus der Familie, teils bauten sie auch neu.

Auf Platz zwei der am stärksten verschuldeten Städte und Gemeinden steht Eggesin im Landkreis Vorpommern-Greifswald mit 8.555 Euro pro Einwohner. Dann folgen die Dörfer Rieps (Landkreis Nordwestmecklenburg/6.747 Euro pro Einwohner), Blesewitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald/6.234 Euro) und das Fischerdorf Altwarp (Landkreis Vorpommern-Greifswald/6.124 Euro).

Die beiden größten Städte im Nordosten, Rostock und Schwerin, stehen dem Statistik-Amt zufolge pro Kopf mit 2.138 Euro beziehungsweise 3.016 Euro in der Kreide. Die Schuldenlast der Landesebene betrug Ende 2025 den Daten der Statistiker zufolge rund 6.256 Euro pro Einwohner.

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