24. September 2026 – dpa
Drogenbanden verstecken ihre Ware in sogenannten Bunkern. Ein Mann soll in Hamburg 57 Kilo Kokain gelagert und weitergegeben haben. Er muss jetzt für lange Zeit in Haft.
Wegen Beihilfe zum Handel mit 57 Kilogramm Kokain hat das Landgericht Hamburg einen Angeklagten zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt. Der 31-Jährige soll als sogenannter Bunkerhalter zwischen April und August 2025 Betäubungsmittel für eine mutmaßliche Dealergruppe gelagert haben. Laut Anklage bewahrte der Mann für 1.750 Euro pro Woche im Stadtteil Wandsbek das Kokain auf und verteilte das Rauschgift an verschiedene Abnehmer.
Die Strafkammer sprach den Angeklagten wegen Beihilfe zum bandenmäßigen Drogenhandel und -besitz in nicht geringer Menge in fünf Fällen schuldig, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte. Außerdem wurde eine frühere Verurteilung durch das Amtsgericht Hamburg-Wandsbek einbezogen. Das Gericht ordnete ferner die Einziehung von Taterträgen in Höhe von mehr als 600.000 Euro an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Im August hatte am Landgericht ein weiterer Drogenprozess begonnen, bei dem es um den Import und Vertrieb von insgesamt 2,4 Tonnen Kokain geht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten in diesem Prozess vor, mit weiteren Beteiligten zwischen Januar 2024 und September 2025 den Import und Vertrieb des Kokains organisiert zu haben. Der 30-Jährige gestand die Vorwürfe nach Angaben der Gerichtssprecherin am Donnerstag. Zuvor hatte NDR 90,3 über das Geständnis berichtet.
Hintermann des Schmuggels von 2,4 Tonnen Kokain soll der von der Polizei international gesuchte Mansour Ismail sein. Der jetzt verurteilte 31-Jährige soll ebenfalls im Auftrag Ismails tätig gewesen sein.