24. September 2026 – dpa
Die Bundeswehr übt mit 500 Soldatinnen und Soldaten in Hamburg den Ernstfall – inklusive Zusammenarbeit mit Polizei und zivilen Kräften. Bürger müssen mit Hubschraubern und Militärkolonnen rechnen.
Die Bundeswehr, zivile Behörden, Organisationen und Unternehmen sind in Hamburg in ihre dreitägige Militärübung «Red Storm Charlie» gestartet. Als ersten größeren Test mussten Bundeswehr und Polizei zwei feindliche Drohnen vom Himmel holen, entschärfen und den Drohnenpiloten auf dem Terminalgelände O'Swaldkai des Hafenlogistikers HHLA unschädlich machen.
Für die Übung, an der sich rund 500 Soldatinnen und Soldaten beteiligen, wird angenommen, dass Entwicklungen im östlichen Nato-Bündnisgebiet eine vorsorgliche Verlegung militärischer Kräfte erforderlich machen, um zur Abschreckung beizutragen, wie der Kommandeur des Landeskommandos Hamburg, Kapitän zur See Kurt Leonards, sagte.
«Das Besondere bei dieser Übung ist, dass uns die zivilen Teilnehmer in der Anzahl mittlerweile überholt haben», sagte Leonards. Insgesamt gebe es deutlich mehr als 1.500 Mitwirkende.
Im Mittelpunkt der Übung stünden Kommunikation, Koordination und das gemeinsame Handeln in komplexen Lagen wie ein Chemieunfall, ein Sabotageakt auf einen Zug mit militärischen Gütern, ein Massenanfall von verletzten Soldatinnen und Soldaten sowie die Einrichtung einer alternativen Behandlungseinrichtung in geschützten unterirdischen Räumlichkeiten. Geplant ist auch ein Konvoi durch die Stadt mit bis zu 70 Militärfahrzeugen.
Aus Protest gegen die Bundeswehrübung hat das Bündnis «Kein Nato Hafen» für Samstag unter dem Motto «NEIN zum Kriegsmanöver Red Storm Charlie - JA zu sozialem Fortschritt!» zu einer Demonstration aufgerufen. Der Protestmarsch führe von 14.00 Uhr an vom Jungfernstieg durch die Innenstadt zu den Landungsbrücken. Das Bündnis «Rheinmetall Entwaffnen» kündigte dezentrale Aktionen an, um das Manöver zu stören.