09. Juli 2026 – dpa

Studienfinanzierung

Blumenthal kritisiert spätere Bafög-Anhebung für Studierende

Studierende müssen länger auf mehr Wohnzuschuss warten – für viele ein finanzielles Risiko. Was Hamburgs Wissenschaftssenatorin Blumenthal jetzt von der Berliner Politik fordert.

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Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen und Bafög bekommen, müssen auf eine Erhöhung ein halbes Jahr länger warten. (Symbolbild)

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal hat die von der schwarz-roten Koalition in Berlin geplante Verzögerung bei der Anhebung der Wohnkostenpauschale für Studierende kritisiert. Junge Menschen «haben verdient, dass Politik ihre Bildungswege ermöglicht – und nicht ausbremst», sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Wer studieren wolle, brauche Planungssicherheit, besonders wenn es darum gehe, ob und wie man sich ein WG-Zimmer leisten könne.

«Die verzögerte BAföG-Erhöhung trifft ausgerechnet die Studierenden, die sich ein Studium ohnehin besonders hart erarbeiten müssen», sagte Blumenthal. Ein halbes Jahr länger auf die höhere Wohnkostenpauschale zu warten, sei für viele keine Kleinigkeit, sondern eine spürbare finanzielle Belastung, gerade in einer Stadt wie Hamburg.

Zuvor hatten in Berlin Fachpolitiker von Union und SPD erklärt, dass die ursprünglich zum Wintersemester geplante Anhebung der im Bafög enthaltenen Wohnkostenpauschale von 380 auf 440 Euro erst zum Sommersemester 2027 kommen werde. Sie gilt für Studierende, die nicht mehr Zuhause wohnen.

Blumenthal zeigte sich aber erfreut, dass die Anhebung überhaupt komme. «Jetzt muss sie zügig und ohne weiteren Verzug umgesetzt werden.» Generell müsse das Bafög wieder zu einem echten Gerechtigkeitsinstrument werden – mit einer Förderung, die den Lebensrealitäten junger Menschen gerecht werde und Bildungschancen unabhängig vom Elternhaus ermögliche. «Dass heute nur ein kleiner Teil der Studierenden BAföG erhält, zeigt, wie groß der Reformbedarf ist.»

Nach SPD-Angaben aus Berlin soll der aktuell bei 475 Euro liegende Bafög-Grundbedarf für Studierende wie geplant in zwei Schritten auf das Grundsicherungsniveau angehoben werden: zum Wintersemester 2027/28 auf 503 und zum Sommersemester 2029 auf 563 Euro.

2024 zählte das Statistische Bundesamt rund 612.800 Bafög-Empfänger – der niedrigste Stand seit dem Jahr 2000. Darunter waren 483.800 Studentinnen und Studenten und 129.000 Schülerinnen und Schüler. Insgesamt sind in Deutschland rund 2,9 Millionen Menschen zum Studium eingeschrieben, es gibt etwa 11,5 Millionen Schüler.

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