31. Juli 2026 – dpa

Demonstration

CSD in Hamburg – mehr Polizeipräsenz nach Angriff in Berlin

Nach dem Angriff in Berlin setzt Hamburg beim CSD auf mehr Polizei. Die Teilnehmenden wollen ein starkes Zeichen gegen Angst und Hass setzen.

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Rund 250.000 Menschen werden zur Demonstration erwartet. (Archiv)

Eine Woche nach dem Anschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin steht Hamburg im Zeichen der Solidarität mit queeren Menschen. Rund 250.000 Menschen werden am Samstag nach Angaben der Veranstalter zu einer Demonstration und den begleitenden Veranstaltungen am Wochenende erwartet. Im Mittelpunkt steht auch in diesem Jahr ein gemeinsames Zeichen für Vielfalt, Gleichberechtigung und den Schutz queerer Menschen.

«Wir durchleben im Moment ein Wechselbad der Gefühle: Wir tragen immer noch Trauer in unseren Herzen und gleichzeitig wollen wir so sichtbar sein wie nie zuvor, um Hass und Gewalt entgegenzutreten», sagte der Sprecher des Vereins Pride Hamburg, Manuel Opitz, der Deutschen Presse-Agentur. Man wolle zeigen, dass man sich nicht einschüchtern lasse. «Wir als queere Community können uns in unserem Schmerz auf dem CSD gegenseitig Kraft geben. Dazu laden wir alle ein», sagte Opitz.

Nach dem islamistisch motivierten Angriff auf feiernde Menschen in Berlin werden bei der Hamburger Demonstration deutlich mehr Polizisten im Einsatz sein als 2025. Das bestätigte die Polizei auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. In Deutschland bestehe weiterhin eine abstrakt hohe Gefährdungslage. Mit jetzigem Stand bestünden jedoch für die Veranstaltungen rund um den Hamburger CSD keine konkreten Gefährdungshinweise.

Der Berliner CSD-Verein will kurzfristig mit einem eigenen Wagen bei der Demonstration in Hamburg dabei sein. «Gerade jetzt dürfen wir uns nicht einschüchtern lassen», teilte der Vorstand mit. «Unsere Antwort auf Hass ist Zusammenhalt. Unsere Antwort auf Angst ist Sichtbarkeit.» Mit der spontanen Teilnahme in Hamburg mache der Verein zugleich deutlich, dass er mit seinem Engagement nicht aufhöre. «Es wird auch in Berlin wieder einen CSD geben. Und an diesem Wochenende stärken wir dem Hamburger Pride den Rücken.» Die Teilnehmenden werden den Angaben zufolge gebeten, auf dem Wagen dunkle Kleidung zu tragen.

Auch Polit-Prominenz hat ihre Teilnahme kurzfristig angekündigt. Nach Angaben der SPD werden der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Matthias Miersch und Generalsekretär Tim Klüssendorf an dem Umzug teilnehmen. Auch die Grüne Ricarda Lang plant an der Demonstration teilzunehmen.

Die CSD-Demo findet in diesem Jahr bereits zum 46. Mal in Hamburg statt. Teil der Parade sind mehr als 40 Lastwagen von Vereinen, Parteien, Unternehmen und Kirchengemeinden. Für die rund vier Kilometer lange Strecke haben sich in diesem Jahr 120 Gruppen angemeldet. Der Zug soll um 12.00 Uhr an der Lübecker Straße im Stadtteil Hohenfelde starten und durch den Stadtteil St. Georg in die Innenstadt führen, wo er gegen 19.00 Uhr endet. Das Motto lautet: «Solidarisch queer. Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst!»

Der Christopher Street Day wird weltweit gefeiert. Die Bewegung geht auf Ereignisse im Juni 1969 in New York zurück. Nach einer Razzia der Polizei in der Szenebar «Stonewall Inn» kam es damals zum Aufstand von Schwulen und Lesben. Hauptschauplatz von Straßenschlachten war die Christopher Street im Künstlerviertel Greenwich Village in New York City.

In Hamburg wurden nach Angaben der Polizei im vergangenen Jahr 166 Straftaten gegen die «geschlechtsbezogene Diversität» und die sexuelle Orientierung erfasst, was einem Anstieg von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Jahr 2024 wurden 149 Taten gezählt. 2023 waren es 98.

«Die größte Herausforderung ist sicherlich das Thema Sicherheit, denn Queerfeindlichkeit nimmt zu», sagte Manuel Opitz. «Wir fordern von der Bundesregierung, dass sie den Aktionsplan "Queer Leben" wieder einsetzt.» Dass die Bundesregierung den Aktionsplan der Vorgängerregierung eingestellt habe, sei ein Fehler.

Der Aktionsplan «Queer Leben» wurde 2022 vom damaligen Queer-Beauftragten Sven Lehmann (Grüne) vorgestellt. Dabei handelte es sich um eine Strategie der damaligen Bundesregierung, mit der die Akzeptanz und der Schutz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt gestärkt und Queerfeindlichkeit bekämpft werden sollte. Der Plan umfasste eine Liste von Maßnahmen, darunter unter anderem Sicherheit, rechtliche Anerkennung und Stärkung von Beratungsstrukturen.

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