31. Juli 2026 – dpa

Migration

Weniger Abschiebungen im ersten Halbjahr aus MV

In Mecklenburg-Vorpommern ist die Zahl der erfolgten Abschiebungen rückläufig - wie zuletzt auch deutschlandweit. Von der AfD kommt Kritik. Sie fordert spezielle Einrichtungen auf Landesebene.

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Die Zahl der durch MV veranlassten Abschiebungen lag im ersten Halbjahr dieses Jahres unter dem Niveau des ersten Halbjahres 2025. (Archivbild), Foto: Sebastian Willnow/dpa

Im ersten Halbjahr dieses Jahres sind 79 Menschen auf Veranlassung Mecklenburg-Vorpommerns abgeschoben worden und damit weniger als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres waren es nach früheren BMI-Angaben 152.

Nach vorläufigen Angaben des Schweriner Innenministeriums von Anfang dieses Jahres wurden im Gesamtjahr 2025 etwas mehr als 300 Menschen auf Veranlassung von MV abgeschoben. 2024 waren es demnach 390.

Auch bundesweit liegt die Zahl der Abschiebungen im ersten Halbjahr 2026 unter dem Niveau der ersten sechs Monate des Vorjahres. Laut Bundesinnenministerium wurden in der ersten Hälfte dieses Jahres 9.663 Menschen aus Deutschland abgeschoben nach mehr als 11.800 im ersten Halbjahr 2025. Das erste Halbjahr 2026 liegt demnach aber noch über dem Niveau der ersten sechs Monate von 2024 (knapp 9.500).

«Die ganze Migrationspolitik ist ein Desaster, im Bund wie im Land», kritisiert Holm. Der Co-Landeschef seiner Partei in MV kandidiert bei der Landtagswahl im September für das Amt des Ministerpräsidenten und fordert Amtsinhaberin Manuela Schwesig (SPD) heraus. «Die immer wieder versprochenen Abschiebeoffensiven sind reine Rohrkrepierer, und die Sicherheitslage verschärft sich immer weiter», so Holm.

Die Zahlen in MV hätten sich fast halbiert zu den letzten Halbjahren, bemängelt Holm. «Hier braucht es endlich Lösungen auf Landesebene, damit die Kurve der Abschiebungen endlich nach oben zeigt.» Häufiger Grund gescheiterter Abschiebungen sei das Untertauchen Ausreisepflichtiger. Daher wolle die AfD im Fall der Regierungsverantwortung in MV eine Landesausreiseeinrichtung und eine eigene Abschiebehafteinrichtung etablieren für Migranten, die straffällig geworden sind. Im Wahlprogramm der AfD findet sich als Zielsetzung gar eine «eigene Grenz- und Rückführungspolizei innerhalb der Landespolizei».

Unterdessen haben zuletzt deutlich weniger Menschen im Nordosten in Mecklenburg-Vorpommern Asyl beantragt. Von Januar bis Juni gingen nach Angaben des Schweriner Innenministeriums 809 Asylerstanträge ein. Das waren rund 35 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025 (1.260). Ein Jahr davor waren es noch 2.464 Anträge gewesen. Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine sind darin nicht enthalten.

Als mögliche Gründe für den Rückgang hatte das Schweriner Innenministerium die veränderte Situation in Herkunftsländern wie etwa Syrien und Afghanistan sowie verschärfte Grenzkontrollen und Zurückweisungen an den Grenzen genannt. Auch bundesweit war die Zahl der Asylerstanträge zurückgegangen.

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