29. Juli 2026 – dpa
Die Nationale Anti Doping Agentur ermittelt gegen den deutschen 100-Meter-Rekordler Owen Ansah. Für die EM hat ihn der deutsche Verband dennoch ins Aufgebot geholt.
Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat 100-Meter-Rekordler Owen Ansah ungeachtet eines Verfahrens der Nationalen Anti Doping Agentur ins Aufgebot für die Europameisterschaften in Birmingham berufen. Der 25-Jährige vom Hamburger SV zählt zu den insgesamt 81 Athletinnen und Athleten, die der DLV für die Titelkämpfe vom 10. bis 16. August nominierte.
Ansah wurde am vergangenen Wochenende in überzeugender Manier in Bochum deutscher Meister über 100 und 200 Meter. Er startete dort, obwohl die Nada einen Verstoß gegen Anti-Doping-Bestimmungen prüft. Direkt vor seiner Abreise zum Diamond-League-Meeting in Monaco hatte Ansah am 9. Juli daheim keine Dopingprobe mehr abgegeben, obwohl ihn ein Kontrolleur dazu aufgefordert hatte. Er sei unter Zeitdruck gewesen und habe so kurzfristig keine Probe abgeben können, auch weil er kurz zuvor die Toilette besucht habe, gab Ansah in einer Mitteilung des Verbandes an.
Der beste deutsche Sprinter wurde nicht suspendiert und ist derzeit startberechtigt. Er ist normalerweise auch festes Mitglied der deutschen 4x100-Meter-Staffel, die in Birmingham Medaillenchancen hat. Sollte es vor der EM kein Urteil mehr in dem Verfahren geben, muss der DLV entscheiden, ob er Ansah aufstellt oder vorsorglich auf ihn verzichtet. Bei einer nachträglichen Sperre könnten eine Streichung der EM-Ergebnisse und die Aberkennung möglicher Medaillen drohen.