08. Oktober 2026 – dpa

Tarife

Erste Metall-Tarifrunde im Norden ohne Einigung

Nach Bewertung der IG Metall Küste ist es nicht zu einer Annäherung gekommen. Die Gewerkschaft pocht auf ein Angebot - sonst könne es im November zu Warnstreiks kommen.

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Die Positionen der Tarifparteien liegen noch weit auseinander. (Archivbild)

Der Arbeitgeberverband Nordmetall hat zum Auftakt der Tarifverhandlungen in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie die Gewerkschaftsforderung zurückgewiesen. «Fünf Prozent Lohnsteigerung und weitere Zusatzleistungen für ein Jahr sind angesichts der dramatischen Lage der M+E-Industrie nicht akzeptabel», sagte Nordmetall-Verhandlungsführerin Lena Ströbele. M+E steht für Metall und Elektro.

Ströbele sagte, die Arbeitskosten in der Metall- und Elektroindustrie seien zu hoch. «Etwa 55 Euro kostet eine Arbeitsstunde in Deutschland, nur gut 18 Euro in Polen, bei mittlerweile vergleichbarer Produktqualität, um nur ein Beispiel zu nennen - diese Differenz vernichtet Wettbewerbsfähigkeit.»

Nach Verbandsangaben verhandelten Nordmetall und die Industriegewerkschaft (IG) Metall Küste rund zwei Stunden lang in einem Hotel in Hamburg-Bergedorf.

Nach Mitteilung der IG Metall Küste gab es keine Annäherung. Gewerkschafts-Verhandlungsführer Daniel Friedrich nannte das Ausbleiben eines Angebots enttäuschend. Denn die Forderungen seien seit Wochen bekannt. «Wir erwarten, dass Nordmetall in der zweiten Verhandlungsrunde konkrete Vorschläge macht», sagte der Bezirksleiter der Gewerkschaft im Norden.

Die Verhandlungen betreffen Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Nordniedersachsen. Die nächste Gesprächsrunde ist am 27. Oktober in Oldenburg geplant. Kommt es zu keiner Einigung, sind laut Gewerkschaft von November an Warnstreiks möglich. Auch im Rest des Landes laufen Verhandlungen oder es sind Gespräche geplant.

Nach Beschluss der IG-Metall-Tarifkommission fordert die Gewerkschaft unter anderem fünf Prozent mehr Geld als bislang. Florierende Betriebe sollen Mitarbeiter darüber hinaus an Gewinnen beteiligen müssen. Der Tarifvertrag solle ein Jahr lang Bestand haben.

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