07. Juli 2026 – dpa

Schule

Hamburger Abiturienten schneiden erneut besser ab

252 Mal die Bestnote 1,0 und die meisten Abschlüsse seit zehn Jahren – Hamburgs Abiturientinnen und Abiturienten legen vor. Doch Sorgen gibt es bei den Abschlüssen unterhalb der Hochschulreife.

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Die Schulsenatorin freut sich über erneut bessere Abschlüsse im Abi-Jahrgang. (Archivbild)

Hamburgs Abiturientinnen und Abiturienten haben ihre Schullaufbahn in diesem Jahr erneut etwas besser abgeschlossen als ihre Vorgängerjahrgänge. Nach noch vorläufigen Angaben beträgt der Notendurchschnitt 2,34 - die dritte Verbesserung in Folge, wie Bildungssenatorin Ksenija Bekeris (SPD) bei der Vorstellung der Schnellerhebung im Rathaus sagte.

Insgesamt hätten in diesem Jahr 9.576 Schülerinnen und Schüler das Abitur geschafft - 302 mehr als im letzten Jahrgang und so viele wie seit zehn Jahren nicht mehr. Mit 52 Prozent war etwas mehr als die Hälfte weiblich.

Angetreten zum Abitur waren den Angaben zufolge 9.992 junge Frauen und Männer, was einer sogenannten Bestehensquote von 95,8 Prozent entspricht. Im 2025er-Abi-Jahrgang hatte die Quote noch bei 94,5 Prozent gelegen.

«Das ist eine gute Entwicklung», sagte Bekeris - auch im Hinblick auf beinahe 20 Jahre Zentralabitur in Hamburg und die ausgeweiteten bundesweiten Abituraufgaben aus dem gemeinsamen Aufgabenpool. «Eine höhere Vergleichbarkeit der Abiturleistungen in ganz Deutschland ist der richtige Weg.»

Je nach Schulform gab es leichte Unterschiede bei der Durchschnittsnote: So liegt sie mit 2,53 an den Stadtteilschulen höher als an den Gymnasien mit 2,22. An den beruflichen Gymnasien wurde eine Durchschnittsquote von 2,48 erzielt.

An 79 Schulen wurde in diesem Jahr insgesamt 252 Mal die Bestnote 1,0 vergeben (Vorjahr: 231) - mit je elf die meisten an der Gelehrtenschule des Johanneums und am Gymnasium Ohmoor sowie am Gymnasium Oberalster (8) und dem Luisen-Gymnasium Bergedorf (7).

Bemerkenswert: Bei der Bestnote haben sich die Abiturienten ihren Mitschülerinnen angenähert. Wurden 2024 noch 64,4 Prozent der 1,0er-Abis von weiblichen Absolventen erzielt, waren es im vergangenen Jahr noch 60,2 und im aktuellen Jahrgang nur noch 56 Prozent.

Generell lasse sich aber sagen, dass die schulischen Leistungen bei Mädchen durchschnittlich besser seien als die der Jungs, sagte Bekeris.

Bei den schriftlichen Abiturprüfungen haben sich die Durchschnittsnoten im Fach Deutsch in diesem Jahr leicht verbessert - sie liegen mit 3,08 nach 3,12 im Vorjahr aber weiterhin nur im befriedigenden Bereich. Besser beziehungsweise annähernd gleich fielen sie in den Fremdsprachen Englisch (2,62) und Französisch (1,96) aus. Eine deutliche Verschlechterung von 2,29 im Vorjahr auf nun 2,83 gab es im Fach Mathematik.

Die Ergebnisse zum ersten allgemeinbildenden Abschluss (ESA) und zum mittleren allgemeinbildenden Abschluss (MSA) seien vergleichbar mit denen der Vorjahre, sagte Bekeris. «Sie sind vergleichbar auch in dem Sinne, dass wir uns Sorgen machen.»

So hätten die Schülerinnen und Schüler bei den ESA-Prüfungen im Fach Deutsch nur eine durchschnittliche Note von 4,18 und in Mathematik eine Durchschnittsnote von 4,45 erzielt. Bei den MSA-Prüfungen hätten sie bei 3,62 in Deutsch und im Fach Mathematik bei 4,06 gelegen.

Die Prüfungsergebnisse stünden in Einklang mit den Befunden internationaler und nationaler Schulleistungsstudien, die in den nicht-gymnasialen Schulformen einen deutlichen Kompetenzrückgang nachweisen. Somit bleibe es auch in Hamburg Anspruch und Ziel, die Schülerinnen und Schüler aus benachteiligten Lagen zu erfolgreichen Abschlüssen zu führen, um ihnen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen, sagte Bekeris.

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