07. Juli 2026 – dpa
Auf 3,3 Prozent der Landesfläche sollen sich künftig Windräder drehen. Die überarbeiteten Regionalpläne für Windenergie stehen online. Ab Mitte Juli können Bürger zu den Änderungen Stellung nehmen.
Der überarbeitete Entwurf für die neuen Regionalpläne Windenergie in Schleswig-Holstein gehen in die Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Änderungen gegenüber dem ersten Entwurf seien ab sofort im Internet einsehbar, teilte das Innenministerium mit. Zuvor hatte die Landesregierung dem zweiten Entwurf zugestimmt.
Die Öffentlichkeit kann vom 16. Juli an zu den vorgenommenen Änderungen Stellung nehmen. Das Beteiligungsverfahren läuft bis zum 26. August 2026. Die Öffentlichkeitsbeteiligung bezieht sich nur noch auf die gegenüber dem ersten Planentwurf geänderten Teile des Plans.
Die drei neuen Regionalplan-Teilaufstellungen zur Windenergie an Land sollen den Angaben zufolge künftig die noch geltenden Pläne aus dem Jahr 2020 ersetzen. In den Entwürfen sind insgesamt 401 Vorranggebiete für die Windenergienutzung dargestellt. Sie umfassen rund 3,3 Prozent der Landesfläche Schleswig-Holsteins. Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts vom März 2023 hatte die Neufassung der Ausbaupläne notwendig gemacht.
In einer ersten Öffentlichkeitsbeteiligung vom August bis Oktober 2025 waren rund 3.300 Stellungnahmen eingegangen. Sie sei für die vielen konstruktiven Hinweise außerordentlich dankbar, sagte Innenministerin Magdalena Finke (CDU). «So konnten wir die Pläne noch einmal nachschärfen und in vielen Details entscheidend verbessern.»
Änderungen in den Entwürfen haben sich nach Ministeriumsangaben zum Beispiel durch Datenkorrekturen bei Wohnnutzungen und Siedlungsabgrenzungen, bei Abständen zur Infrastruktur oder bei Belangen des Artenschutzes ergeben.
Landesweit sind nun rund 51.950 Hektar als Vorranggebiete zur Windenergienutzung vorgesehen. Gegenüber dem ersten Planentwurf sind demnach rund 3.488 Hektar Vorranggebietsflächen weggefallen und rund 2.139 Hektar neu hinzugekommen.
«Dies zeigt einerseits, dass die Öffentlichkeitsbeteiligung durchaus zu konkreten Planänderungen führt, wenn stichhaltige Argumente vorgetragen werden», sagte Finke. «Andererseits hat sich rund 90 Prozent unserer Vorrangkulisse nach erneuter kritischer Überprüfung bestätigt.»