07. Juli 2026 – dpa

Gebündeltes Wissen

Fragen rund um den Trabi? Hier gibt es Hilfe!

Vom seltenen Ersatzteil bis zum Geheimtipp: Im neuen Trabi-Kompetenzzentrum wollen erfahrene Kenner jüngeren Liebhabern helfen. Was «D-Rolf» und sein Team planen.

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Rolf Becker hat sich schon lange dem Thema Trabi verschrieben., Foto: Inga Jahn/dpa

Der Anlasser vom Trabanten will nicht? Oder die Lichtmaschine ist unterwegs verloren gegangen und nun muss eine neue her? In solchen Fällen soll in Zukunft das neu gegründete Trabi-Kompetenzzentrum helfen. «Wir sind eine Handvoll Leute verteilt in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt», erzählt Rolf Becker, der über die Stadtgrenzen seiner Heimatstadt Halle hinaus besser als «D-Rolf» oder «Drehorgel-Rolf» bekannt ist. Ähnliche Zentren gäbe es ja schon fürs Wetter oder die Wölfe, sagt er. «Aber wer ist wichtiger? Die Trabis oder die Wölfe? Selbst kleine Kinder lieben schon Trabis. Das ist ein Ding, das die Massen begeistert», sagt der Weltenbummler mit einem Grinsen im Gesicht.

Die Idee sei ihm eines Abends gekommen - nach dem vierten Schnaps, berichtet «D-Rolf». Sein Ziel sei ein Archiv von echten Liebhabern, das aus den eigenen Erfahrungen bestehe, also aus Wissen, dass man sich nicht so einfach anlesen könne.

Unter den Fans des DDR-Oldtimers seien neben den Erfahrenen zuletzt zwei Gruppen neuer Fahrerinnen und Fahrer dazugekommen, so Beckers Beobachtung. «Neben den alten Hasen gibt es seit ein paar Jahren noch die jungen Leute und die, die richtig viel Geld haben, sich Nobel-Trabis kaufen und damit zu Treffen fahren. Die haben dann ganz teuren Lack, verchromte Teile, einen Himmel reinziehen lassen - wie aus dem Werk.»

Geplant sei unter anderem, dass das neue Zentrum einen eigenen Internetauftritt bekommt. Die Trabi-Kenner wollen aber auch telefonisch für Fragen erreichbar sein. «Wenn du ein Problem hast, kannst du bei uns anrufen», sagt Becker. «Wir stellen Querverbindungen her zu Menschen, die dann helfen können. Oder wir suchen nach Ersatzteilen, wenn was gebraucht wird.»

Die Produktion des Trabis wurde schon vor 35 Jahren gestoppt. Zu Beginn dieses Jahres waren laut Kraftfahrt-Bundesamt aber immer noch 41.862 der bei Sachsenring in Zwickau bis 1991 gebauten Autos zugelassen. Einige mehr dürften ohne Zulassung in Garagen oder Lagern schlummern.

Becker und die anderen Liebhaber wollen auch ihr Wissen über besondere Tricks und Kniffe weitergeben. «Zum Beispiel, dass es Situationen gibt, in denen der Trabi erst anspringt, wenn du die Zündung wieder zurückdrehst. Oder wie du erkennst, dass die Batterie nachgeladen werden muss, damit das Auto anspringt», sagte Becker.

Außerdem soll gesammelt werden. «Wir wollen zum Beispiel Trabi-Bücher aus Haushaltsauflösungen sammeln, in denen wirklich Wissen steckt. Es gibt mittlerweile einige, die nicht gut sind», sagt der Hallenser, der mit der Rennpappe schon mehrere Reisen in ferne Länder gemacht hat. Aber auch sonst soll alles rund um das bekannteste Auto der DDR zusammengetragen und präsentiert werden.

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