07. Juli 2026 – dpa

Wolfsmanagement

Neue Regeln für Wölfe: Ministerin stößt Debatte an

Schleswig-Holsteins Agrarministerin plant neue Regeln für den Umgang mit Wölfen. Was sich für Weidetierhalter ändern könnte und warum es Kritik an ihrem Vorgehen gibt.

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Agrarministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) will ein landesweites Wolfsmanagement. (Archivbild)

Agrarministerin Cornelia Schmachtenberg will den Umgang mit Wölfen in Schleswig-Holstein neu regeln. «Unser Ziel ist es, die neuen Handlungsmöglichkeiten rechtssicher auszugestalten und gleichzeitig den Schutz der Weidetierhaltung zu verbessern», sagte die CDU-Politikerin.

Herdenschutz bleibe ein zentraler Baustein. «Gleichzeitig schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass das Land den Managementplan für ganz Schleswig-Holstein erarbeitet und nicht jeder Kreis einen eigenen Managementplan erstellen muss.»

Hintergrund ist eine Änderung des Bundesjagdgesetzes. Länder können in bestimmten Fällen besondere Weidegebiete ausweisen. «Ich werde mich dafür starkmachen, dass wir diese Möglichkeiten nutzen», sagte die Ministerin dem «Flensburger Tageblatt» (Dienstag). «In diesen Gebieten können Wölfe künftig unter den Voraussetzungen des Bundesrechts auch entnommen werden, ohne dass sie zuvor einen Herdenschutzzaun überwunden und Weidetiere gerissen haben müssen.» Sie wolle die Nordseeküste in den Blick nehmen, wo Schafhalter wichtige Funktionen für den Küstenschutz übernehmen.

«Mit der Änderung des Bundesjagdgesetzes hat der Bund im Frühjahr den rechtlichen Rahmen für den künftigen Umgang mit dem Wolf neu geregelt und damit einen grundlegenden Systemwechsel eingeleitet», sagte Schmachtenberg. Der Managementplan soll bis Ende des Jahres vorliegen.

Die Kritik an der Möglichkeit für leichtere Abschüsse von Wölfen ließ nicht lange auf sich warten. «Kaum hat die sitzungsfreie Zeit des Landtags begonnen, eröffnet die Ministerin über die Presse eine Debatte über einen grundlegenden Kurswechsel im Wolfsmanagement», sagte die SPD-Umweltpolitikerin Sandra Redmann. «Wer einen so weitreichenden Vorschlag macht, informiert zuerst das Parlament und sucht das Gespräch mit den betroffenen Verbänden, statt die politische Debatte über die Presse zu eröffnen. Gerade bei einem so sensiblen Thema ist dieses Vorgehen der falsche Weg.»

Die Sorgen der Weidetierhalterinnen und Weidetierhalter müssten ernst genommen werden, sagte Redmann. «Gerade deshalb verdienen sie Lösungen, die sorgfältig vorbereitet und fachlich belastbar begründet sind, und keine Ankündigungen, die mehr Fragen aufwerfen als beantworten.» Wer schon zu Beginn der Debatte «möglichst große wolfsfreie Gebiete ankündigt, vermittelt den Eindruck, dass das politische Ergebnis längst feststeht».

Ein verantwortungsvolles Wolfsmanagement entstehe nicht durch Schnellschüsse, sondern durch ein transparentes Verfahren, eine solide fachliche Begründung und den offenen Dialog mit allen Beteiligten.

In Schleswig-Holstein gibt es nur wenige heimische Wölfe. Laut Landesamt für Umwelt leben insgesamt drei Rudel im Land.

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