11. Juli 2026 – dpa

Cold Case

Mittäter bei Göhrde-Morden? Polizei ermittelt

Hat der Lüneburger Friedhofsgärtner die Göhrde-Morde Ende der 1980er Jahre nicht allein begangen? Gerüchte über einen Mittäter gibt es seit Jahren. Die Polizei ermittelt gegen einen Beschuldigten.

jtm43krvuk-v6-ax-s2048.jpeg
Die Polizei ermittelt weiter zu den Göhrde-Morden. (Archivbild)

Die Akten zu den Morden Ende der 1980er Jahre mit mindestens fünf Toten in der Göhrde sind weiter offen. Ein ehemaliger Friedhofsgärtner aus Lüneburg soll für zwei Doppelmorde 1989 im Landkreis Lüchow-Dannenberg verantwortlich gewesen sein. Der Todeszeitpunkt des zweiten Paares wurde auf den 12. Juli terminiert. In der Haft brachte er sich um. Ob es einen Mittäter gab, ist offen. «Wir ermitteln gegen einen lebenden Beschuldigten», sagte ein Polizeisprecher der Polizeidirektion Lüneburg der Deutschen Presse-Agentur.

In der Ermittlungsgruppe werden alte Spuren in dem Cold Case mit neuen Methoden aufgearbeitet. In den vergangenen zwölf Monaten seien Hinweise aus dem Bundesgebiet im hohen zweistelligen Bereich eingegangen, sagte der Sprecher. Untersucht werden auch mögliche Verbindungen zu weiteren Taten des Gärtners. «Es gibt immer wieder Hinweise, dass Kurt-Werner Wichmann der Täter sein könnte», sagte er.

Unter einer Garage wurde auf dem ehemaligen Grundstück des Lüneburgers im Herbst 2017 am Stadtrand zudem die Leiche einer 1989 verschwundenen Frau gefunden. Im Mai 2019 stellte die Polizei zahlreiche Asservate aus dem früheren Haus des Mannes ins Internet, darunter ausgegrabene Handtaschen und Schuhe. Wie viele Taten hat er begangen?

Der mutmaßliche Täter brachte sich 1993 im Alter von 43 Jahren in Untersuchungshaft um, wo er wegen anderer Vorwürfe einsaß. Die Suche nach einem möglichen Komplizen blieb bis heute erfolglos.

Hinweise gab es auch zu zwei 1991 getöteten Frauen in Schwerin und verschwundene junge Disco-Besucherinnen in den 1970er und 1980er Jahren im Raum Cuxhaven. «Wir stehen im Austausch mit Cuxhaven, übernehmen aber nicht die Ermittlungsarbeit», bestätigte der Sprecher. «Wir ermitteln tatbezogen, nicht Täter bezogen».

Ganz wichtig sei der Polizei, die Kommunikation mit den Angehörigen aufrechtzuerhalten. Die Ermittlungsarbeit der 90er Jahre war oft kritisiert worden, auch Informationen gab es wenig. Erst als der Bruder der getöteten Frau, der ehemalige Leiter des Landeskriminalamtes Hamburg, eigene Untersuchungen mit einem kleinen Team anstellte, ging der Fall voran. Er gab entscheidende Hinweise auf den Fundort der Leiche auf dem Grundstück.

Weitere Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

undefined
Live-Stream
Audiothek