08. August 2026 – dpa

12. August

Naturphänomen im Norden - Wichtiges zur Sonnenfinsternis

Eine totale Sonnenfinsternis wird es im Norden nicht geben. Dennoch freuen sich viele Menschen auf das partielle Schauspiel am Mittwochabend. Was beim Blick in den Himmel zu beachten ist.

4fn6bjmcp5-v7-ax-s2048.jpeg
Viele Menschen im Norden hoffen am Mittwoch zur partiellen Sonnenfinsternis auf einen spektakulären Blick in den Himmel. (Archivbild) , Foto: Christoph Soeder/dpa

Es ist ein besonderes Naturphänomen: Am kommenden Mittwoch in den Abendstunden dürften sich viele Augen gen Himmel richten. Wenn sich der Mond am 12. August vor die Sonne schiebt, wird die Sonne von Deutschland aus gesehen bis zu 90 Prozent bedeckt sein. Nur wenige Stunden später erreichen die Perseiden, einer der bekanntesten Sternschnuppenströme des Jahres, ihren Höhepunkt. Was ist dabei für den Norden wichtig?

Obwohl die partielle Sonnenfinsternis erst spät am Abend ist, könne die Sonne auch zu dieser Zeit die Augen schädigen, warnt das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter. Insbesondere die Netzhaut könne in kürzester Zeit irreparable Schäden davontragen.

Zu Beobachtung des Phänomens eignen sich nach Angaben der Strahlenschutzexperten sogenannte Sonnenfinsternis-Brillen mit besonderen Filtereigenschaften. «Es dürfen höchstens 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchkommen», warnt das Bundesamt. Folien oder Gläser dürften keine Kratzer oder sonstige Beschädigungen haben.

Für Kinder eigen sich nach BfS-Angaben sogenannte Lochkameras. Diese gelten demnach als sicherste Methode zur Beobachtung, da nicht direkt in die Sonne geschaut wird. Die Behörde warnt zudem vor vielen im Internet kursierenden Tipps. «Nur geprüfte Schutzbrillen oder eine indirekte Beobachtung sind sicher», schreibt das Strahlenschutzamt.

In den fünf norddeutschen Bundesländern soll die partielle Finsternis von etwa 19.10 Uhr bis etwa 21.00 Uhr zu sehen sein. Die voraussichtlichen Starts und Enden weichen dabei nur minimal voneinander ab:

  • Mecklenburg-Vorpommern: Von 19.11 Uhr bis 20.52 Uhr
  • Schleswig-Holstein: Von 19.11 Uhr bis 20.59 Uhr
  • Hamburg: Von 19.13 Uhr bis 20.56 Uhr
  • Bremen: Von 19.13 Uhr bis 20.59 Uhr
  • Niedersachsen: Von 19.13 Uhr bis 21.02 Uhr

Das Maximum wird kurz nach 20.00 Uhr erreicht. In Hannover sollen etwa gegen 20.09 Uhr rund 86 Prozent der sichtbaren Sonnenfläche vom Mond bedeckt sein, wie die Volkssternwarte in Hannover informiert.

Für ein bestmögliches Erlebnis wird ein erhöhter Standort mit freier Sicht bis zum Horizont in Richtung Westen beziehungsweise Nordwesten empfohlen. In allen fünf Bundesländern gibt es Veranstaltungen und Events zur Sonnenfinsternis. Eine kleine Übersicht mit Beispielen:

- Bremen: Das Olbers Planetarium kündigt an, dass es ab etwa 19.00 Uhr im Planetarium und der Sternwarte kostenlose Beobachtungs-Events zur Sonnenfinsternis geben soll. Daneben wird für die Hansestadt der Aussichtspunkt Metalhenge empfohlen.

- Lübeck: Dort verweist die Sternwarte auf den Drägerpark auf Höhe der Alexanderstraße. Von dort bestehe ein vergleichsweise freier Blick nach Westen, so dass sich die Finsternis voraussichtlich über einen großen Teil ihres Verlaufs beobachten lasse.

- Mecklenburg-Vorpommern: Weil Bäume oder Häuser den Blick verdecken können, wird für Mecklenburg-Vorpommern die Beobachtung vom Ostsee-Strand etwa in Warnemünde vorgeschlagen. Aber auch in den Sternwarten wie beispielsweise in Greifswald soll es gemeinsame Beobachtungsabende geben.

- Hamburg: Das Planetarium will die Sonnenfinsternis zu einem echten Highlight machen. Bei einer langen Nacht der Astronomie werden etwa 30-minütige Vorführungen über die Sonnenfinsternis und die Perseiden angeboten.

- Hannover: Die Sternwarte ist als Standort diesmal nicht gut geeignet. Die Sonne werde schon vor ihrer maximalen Bedeckung aus Sicht der Sternwarte hinter den umliegenden Bäumen stehen, das habe eine Überprüfung der Sichtverhältnisse im vergangenen Jahr ergeben. Eine gemeinsame Beobachtung mache daher keinen Sinn.

Die Prognose für Mittwochabend ist noch mit großer Vorsicht zu betrachten, betont ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Es deute aber einiges darauf hin, dass ein sich abzeichnender Hochdruckeinfluss günstige Bedingungen für die Beobachtung bieten könne. Der DWD-Sprecher betonte aber, schon ein sehr kleines Wolkenfeld könne die Sicht auf die Sonnenfinsternis deutlich stören.

Weitere Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

undefined
Audiothek