19. August 2026 – dpa
Ein kleines Mädchen wird vermisst und später tot im trüben Wasser eines Pools gefunden. Bei einer gründlichen Suche Stunden zuvor war nichts gefunden worden. Wie das sein kann, bleibt offen.
Im Fall des ertrunkenen dreijährigen Mädchens in Preetz bleibt weiter unklar, warum das Kind bei einer Suche nicht entdeckt wurde. Polizisten und ein Feuerwehrmann hätten den Pool im Garten des Elternhauses in der Nacht, bevor das Kind tot auf der Wasseroberfläche treibend entdeckt wurde, gründlich mit einem Kescher und durch Abgehen des Grundes abgesucht, sagte eine leitende Polizistin im Innen- und Rechtsausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags.
Weil die Beamten mit dem etwa 140 bis 150 Zentimeter langen Kescher jedoch die Mitte des in den Boden eingelassenen Pools mit vier Metern Durchmesser nicht erreichen konnten, wurde ein Feuerwehrmann angefordert, der mit einer Wathose in den Pool steigen sollte. Auf den Grund des etwa 80 Zentimeter tiefen Wassers habe man wegen starker Trübung durch Algen nicht sehen können.
Gegen 1.00 Uhr in der Nacht habe ein Feuerwehrmann mit der Durchsuchung des Pools begonnen. Er sei den Grund in kleiner werdenden Kreisen bis zur Mitte hin und danach im Zickzack abgegangen. Eingesetzt worden sei auch eine Wärmebildkamera. «Es konnten keine relevanten Feststellungen am Pool getroffen werden», sagte die Beamtin im Ausschuss.
Der Garten sei ebenfalls mit Hilfe der Wärmebildkamera abgesucht worden. Man habe mehrere Sandhügel abgetragen.
Am folgenden Morgen (6. August) wurde das tote Kind auf dem Wasser des Pools treibend entdeckt. Eine Obduktion ergab den Angaben zufolge, dass das Mädchen zu dem Zeitpunkt bereits mehrere Stunden tot war. Spuren von Gewalt seien nicht gefunden worden.
Vor der nächtlichen Durchsuchung des Wassers hätten Polizisten Garten und Pool bereits einmal in Augenschein genommen, berichtete die leitende Polizistin. Angehörige hätten aber versichert, das Kind sei aus dem Vordereingang aus dem Haus gelaufen. In den Garten gelangt man ausschließlich durch das Haus. Ein Verwandter habe zudem angegeben, den Pool bereits selbst gründlich mit dem Kescher abgesucht zu haben.
Nach dem autistischen und seh- sowie höreingeschränkten Mädchen war seit dem Mittag des 5. August mit einem großen Polizeiaufgebot gesucht worden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen die Eltern wegen möglicher Aufsichtspflichtverletzungen.
Die Polizei hatte zunächst davon gesprochen, der Pool sei mehrfach durchsucht worden, und dies später korrigiert. Die zunächst gemachte und dann zurückgenommene Angabe, der Todeszeitpunkt liege weit vor Mitternacht, sei ein Missverständnis zwischen einem Mitarbeiter der Kriminalpolizei und einer Mitarbeiterin der Pressestelle Kiel gewesen.
Innenministerin Magdalena Finke (CDU) sagte zu Beginn der Sitzung, «das, was geschehen ist, bewegt uns alle». Für die Einsatzkräfte sei ein solcher Einsatz sehr herausfordernd und belastend. Sie hätten mit großem Einsatz nach dem Kind gesucht, «immer in der Erwartung und Hoffnung, dieses lebend zu finden».