08. September 2026 – dpa

Geplante Reformen

Rot-Grün in Hamburg fordert vom Bund Umdenken beim Wohngeld

Weniger Wohngeld, höhere Heizkosten: Die geplante Reform könnte für viele Hamburger Haushalte zum Problem werden. Was SPD und Grüne dagegen vom Bund fordern.

a6u2nj7pbj-v3-ax-s2048.jpeg
Hamburgs rot-grüne Koalition fordert vom Bund ein Umdenken bei der Wohngeldreform. (Symbolbild)

Hamburgs rot-grüne Koalition fordert beim Wohngeld vom Bund ein Umdenken bei den geplanten Änderungen. SPD und Grüne unterstützten sinnvolle Vereinfachungen und schnellere Verfahren, heißt es in einem gemeinsamen Antrag der Regierungsfraktionen. Gleichzeitig müsse es aber sozialpolitische Nachbesserungen geben. Über den Antrag, für den sich der Senat in Berlin inhaltlich einsetzen soll, werde die Bürgerschaft am 16. September entscheiden.

Ende 2025 erhielten den Angaben zufolge in Hamburg 26.970 Haushalte einen Mietzuschuss in Höhe von durchschnittlich 318 Euro. Dieser deckte bei einer berücksichtigten Miete von durchschnittlich 645 Euro 49 Prozent der Mietausgaben ab. Ohne Wohngeld hätten die betroffenen Haushalte durchschnittlich 41 Prozent ihres Einkommens für die Miete aufwenden müssen.

SPD und Grüne verlangen unter anderem, von einer Halbierung der Heizkostenkomponente abzusehen und Belastungen von Alleinerziehenden bei Änderungen der Wohngeldformel abzufedern. Zudem soll der Zugang zum Wohngeld vereinfacht und geprüft werden, ob Antragstellende künftig möglichst automatisiert auf mutmaßlich überhöhte Mieten sowie auf Unterstützungsangebote hingewiesen werden können.

Das Wohngeld schütze in Hamburg vor allem Alleinerziehende, Senioren und Seniorinnen vor zu hohen Wohnkosten, sagte SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf. Wer seinen Lebensunterhalt grundsätzlich selbst bestreiten könne, dürfe durch hohe Wohnkosten nicht zusätzlich unter Druck geraten. «Für uns in Hamburg ist klar: Die Bundesregierung muss bei der geplanten Reform umdenken.» Gerade auf einem angespannten Wohnungsmarkt dürfe die Unterstützung bei den Wohnkosten nicht zurückgefahren werden.

Der Grünen-Bauexperte Leon Alam sagte, wenn Hamburg wie geplant von der Mietenstufe VI auf V herabgestuft werde, stelle das viele Menschen in der Stadt vor große Probleme. Statt unsozialen Kürzungen brauche es weniger Bürokratie: «Wenn das Heizen teurer wird, muss auch das Wohngeld erhöht werden - und nicht halbiert, wie es die Bundesregierung vorhat», klagte Alam.

Das Bundeskabinett hatte einen Entwurf von Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) zum Wohngeld beschlossen, mit dem 2027 mindestens 1,5 Milliarden Euro, ab 2028 dann zwei Milliarden Euro jährlich eingespart werden sollen. Der Kreis der Empfänger soll kleiner werden, die Summen geringer ausfallen.

Weitere Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

undefined
Audiothek