08. September 2026 – dpa
Wegen eines zweitägigen Warnstreiks im Nahverkehr fallen in den kreisfreien Städten Schleswig-Holsteins am Mittwoch und Donnerstag die Busse aus. Was Fahrgäste jetzt beachten sollten.
Wegen eines zweitägigen Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr wird es von Donnerstag an für Pendler, Schüler und Reisende in den kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein schwierig. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.
Die Gewerkschaft Verdi hat die rund 1.800 Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr in Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster von Mittwoch (8. September) bis Donnerstag (10. September) zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind die öffentlichen Busunternehmen in Kiel (KVG), Lübeck (Stadtverkehr Lübeck), Flensburg (Aktivbus) und Neumünster (SWN).
Zudem ruhe der Busverkehr im Kreis Plön. Dort streiken die Beschäftigten den Angaben nach im Rahmen der bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag.
Nach derzeitiger Lage müssen sich Fahrgäste auf weitgehende Ausfälle einstellen. So wird es in den vier kreisfreien Städten voraussichtlich keinen regulären Busverkehr geben. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass der Nahverkehr weitgehend zum Erliegen kommt. Notverkehre gebe es voraussichtlich nicht.
Für viele Menschen bedeutet der Streik erhebliche Einschränkungen im Alltag. Pendler, Schülerinnen und Schüler sowie andere Fahrgäste müssen sich auf massive Einschnitte einstellen. In den Regionen dürften Busse komplett ausfallen.
Fahrgäste sollten nicht notwendige Fahrten verschieben oder frühzeitig Alternativen planen:
- Auto oder Fahrgemeinschaften nutzen
- auf Fahrrad oder E-Scooter ausweichen
- wenn möglich im Homeoffice arbeiten
Nein. Die Schulpflicht gilt grundsätzlich auch während eines Streiks. Eltern müssen den Schulweg organisieren. Nur in begründeten Ausnahmefällen kann das Fehlen entschuldigt werden.
Fahrgäste sollten sich vor Fahrtantritt bei den jeweiligen Verkehrsbetrieben informieren - etwa über Internetseiten, Apps oder soziale Medien.
Hintergrund sind die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr. Dort hat auch die zweite Verhandlungsrunde Anfang September kein Ergebnis geliefert. Für beide Tarifbereiche fordert die Gewerkschaft Verdi eine Erhöhung der Entgelte um 6,5 Prozent für alle Beschäftigten, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für Gewerkschaftsmitglieder will Verdi eine Vorteilsregelung in Höhe von 650 Euro jährlich.
Fortgesetzt werden sollen die Tarifverhandlungen im öffentlichen Nahverkehr in Schleswig-Holstein am 22. September. Die Verhandlungen zur bundesweiten Tarifrunde zum Eisenbahntarifvertrag gehen am 5. Oktober weiter.