08. September 2026 – dpa

Bildungsvergleich

Stenke nennt Pisa-Ergebnisse «nicht zufriedenstellend»

Schülerinnen und Schüler in Deutschland erreichen bei Pisa so schlechte Werte wie nie. Für Schleswig-Holsteins Bildungsministerin kommt das nicht überraschend. Den Grund sieht sie in multiplen Krisen.

3y6ijx6diw-v8-ax-s2048.jpeg
Die Pisa-Ergebnisse sind laut Bildungsministerin Dorit Stenke «Ausdruck einer Gesellschaft, die zunehmend unter Druck steht». (Archivbild)

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Dorit Stenke ist mit den Ergebnissen der Pisa-Studie unzufrieden. «Die Ergebnisse der internationalen Pisa-Vergleichsstudie kommen nicht überraschend und sie sind ganz und gar nicht zufriedenstellend», sagte die CDU-Politikerin. «Sie sind Ausdruck einer Gesellschaft, die zunehmend unter Druck steht.»

Krisen unterschiedlichster Art prägten den Schulalltag und minderten die Motivation und Konzentration der Schülerinnen und Schüler. «Dazu zählen die psychischen Belastungen infolge multipler Krisen, die Heterogenität der Schülerschaft und eine veränderte Mediennutzung der Schülerinnen und Schüler», erklärte Stenke.

Die Bildungsministerin verwies darauf, dass die Bundesländer bereits seit der Pisa-Studie im Jahr 2000 Anstrengungen unternommen hätten, die Lage zu verbessern. Das deutsche Bildungssystem habe mit der Einführung von Bildungsstandards, Ganztagsangeboten und Sprachförderung reagiert.

Im neuen Pisa-Vergleich schneiden Schülerinnen und Schüler in Deutschland so schlecht ab wie nie zuvor. Für die einzelnen Bundesländer gibt es aber keine detaillierten Ergebnisse. In Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften wurden bei den getesteten 15-Jährigen in Deutschland die niedrigsten Kompetenzwerte seit Beginn der Pisa-Erhebungen erzielt, wie es in der neuen Ausgabe der internationalen Vergleichsstudie heißt.

Die Ergebnisse sind noch schlechter als bei der ersten Pisa-Studie im Jahr 2000. Der sogenannte Pisa-Schock hatte damals eine intensive Debatte und Bildungsreformen ausgelöst.

«Seit vielen Jahren wissen wir, dass die soziale Herkunft in Deutschland einen enormen Einfluss auf die Bildungschancen hat», erklärte die Co-Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Schleswig-Holstein, Kerstin Quellmann. Sie bemängelte, dass die Politik viel zu zaghaft gegensteuere.

«Wir brauchen deutlich mehr Investitionen in Bildung», betonte sie. «Vor allem dort, wo die Herausforderungen am größten sind.» Immer neue Daten würden die Probleme nicht lösen - es brauche hingegen dringend Entlastung für sozialpädagogische Fachkräfte und Lehrkräfte, damit sie den Herausforderungen in Kitas und Schulen gerecht werden könnten.

Weitere Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

undefined
Audiothek