10. September 2026 – dpa
Mitten im Einkauf wird eine Frau in Ratzeburg mit einem Messer attackiert. Mutige Zeugen greifen ein und halten den mutmaßlichen Täter fest. Das ist der Stand der Ermittlungen.
Nach der tödlichen Attacke in einem Supermarkt in Ratzeburg (Kreis Herzogtum Lauenburg) ermittelt die Staatsanwaltschaft Lübeck gegen einen 44-Jährigen wegen des Verdachts des Totschlags. Nach bisherigen Erkenntnissen kannten sich der Tatverdächtige und die Frau nicht, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Es gebe keine Hinweise auf eine politisch oder religiös motivierte Tat. Die Ermittler prüfen, ob sich der mutmaßliche Täter zur Tatzeit in einem psychischen Ausnahmezustand befand.
Nach der Gewalttat am Mittwochnachmittag gegen 15.35 Uhr war eine 48 Jahre alte Frau aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg noch vor Ort ihren Verletzungen erlegen. Nach bisherigen Erkenntnissen soll der Tatverdächtige plötzlich wahllos eine zwischen den Regalen stehende Kundin mit einem Messer angegriffen und ihr mehrere Stich- und Schnittverletzungen zugefügt haben.
Nach Angaben der Behörden eilten drei couragierte Zeugen dem Opfer zu Hilfe und hielten den Angreifer fest. Bei dem Versuch, den Mann von weiteren Handlungen abzuhalten, setzte sich dieser zur Wehr. Dabei soll er das Messer gegen sich selbst eingesetzt und sich damit schwere Verletzungen zugefügt haben. Den Helfern gelang es schließlich, den Mann zu entwaffnen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.
Der 44 Jahre alte Deutsche wurde festgenommen und ins Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) nach Lübeck gebracht. Die Ermittlungen zum Motiv und zu dem Hintergrund, vor dem sich die Tat ereignete, dauern den Angaben zufolge an.
Der Vorfall hatte einen großen Polizeieinsatz zur Folge. Der Bereich um den Tatort am Bahnhof der Stadt südlich von Lübeck wurde vorübergehend weiträumig abgesperrt. Beamte der Spurensicherung und der Mordkommission waren am Abend im Einsatz. Nach einem Bericht der «Lübecker Nachrichten» sollen sich zum Zeitpunkt des Messerangriffs rund 20 Kundinnen und Kunden in dem Discounter aufgehalten haben.
Die Ermittler baten Zeugen um Hinweise. Es wurde ein Hinweisportal eingerichtet, über das Hinweise sowie Bild- und Videodateien direkt an die Polizei übermittelt werden können.