03. September 2026 – dpa

Asyl

Asylbewerber-Unterkünfte deutlich geringer belegt

Der geringer gewordene Zuzug nach Deutschland macht sich in den Kommunen im Nordosten bemerkbar.

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In Mecklenburg-Vorpommern sind viele Plätze in Gemeinschaftsunterkünften frei geworden. (Symbolbild)

Die deutlich gesunkenen Asylbewerber- und Flüchtlingszahlen in Deutschland führen zu teilweise halbleeren Gemeinschaftsunterkünften in den Kommunen. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim etwa waren im Mai von den 1.571 Plätzen nur 785 belegt, was einer Auslastung von 50 Prozent entsprach. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Daniel Peters, hervor.

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte lag die Auslastung im Mai demnach bei 52,7 Prozent, im Landkreis Rostock bei 55,5 Prozent, in Vorpommern-Rügen bei 57,4 und in Schwerin bei 57,7 Prozent. Die Hansestadt Rostock meldete eine Auslastung von 63,2 Prozent ihrer fast 2.000 Plätze, der Landkreis Vorpommern-Greifswald 68,2 Prozent und der Landkreis Nordwestmecklenburg 72,1 Prozent.

Als voll belegt gilt eine Gemeinschaftsunterkunft bei einer Auslastung von 75 Prozent. Wegen familiärer, ethnischer, kultureller und religiöser Unterschiede der dort lebenden Menschen könnten in der Regel 25 Prozent der vorhandenen Kapazität nicht genutzt werden, erläuterte die Landesregierung.

Insgesamt halten die Kommunen in MV den Angaben zufolge gut 12.400 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften bereit. Davon waren im Mai rund 7.250 belegt - eine Auslastung von rund 58,5 Prozent.

Laut Landesregierung sind derzeit keine seriösen Prognosen über
künftige Zuwanderungsbewegungen möglich. «Mithin ist es der Landesregierung nicht möglich, die zukünftig tatsächlich erforderlichen Unterkunftsbedarfe genau zu benennen.» Die Herausforderung ist demnach, genügend Vorsorge zu treffen und zugleich die Wirtschaftlichkeit im Blick zu behalten.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres haben in Deutschland deutlich weniger Menschen einen Asylantrag gestellt als im Vorjahreszeitraum. Nach Informationen aus dem Bundesinnenministerium beantragten im ersten Halbjahr 39.646 Menschen erstmals Schutz in Deutschland. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres nahm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) 61.336 Asylerstanträge entgegen. Das waren damals ungefähr halb so viele Erstanträge wie im ersten Halbjahr 2024, als rund 121.000 Asylerstanträge gestellt worden waren.

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