16. Juli 2026 – dpa

Hubschrauber im Einsatz

Großbrand im Müritz-Nationalpark - Hoffen auf Regen

Seit Tagen kämpfen Einsatzkräfte gegen einen Flächenbrand im Müritz-Nationalpark. Munition im Boden erschwert die Arbeit erheblich. Hilfe kommt aus anderen Bundesländern und von der Bundeswehr.

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Die Rauchsäulen des Brandes im Müritz-Nationalpark sind von weitem zu sehen. (Archivbild)

Im Müritz-Nationalpark stemmen sich die Einsatzkräfte gegen eine weitere Ausbreitung des Flächenbrandes auf dem Gebiet eines früheren Truppenübungsplatzes. Bundeswehr-Hubschrauber helfen bei der Vernässung von Flächen, um das Feuer einzudämmen. Feuerwehren anderer Bundesländer schickten Einsatzkräfte und Ausrüstung an die Müritz.

Auf dem Gelände sind immer wieder starke Detonationen zu hören. Inzwischen sind rund 400 Einsatzkräfte bei der Brandbekämpfung im Einsatz. Am Freitag besteht zumindest eine Chance auf Gewitterregen.

«Der Schutz der Bevölkerung und der Einsatzkräfte hat für uns oberste Priorität. Solange die Lage dynamisch bleibt, werden wir alle notwendigen Maßnahmen treffen, um Gefahren frühzeitig abzuwenden», versicherte Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) bei einer Pressekonferenz. Die Einsatzkräfte leisteten seit Tagen unter schwierigsten Bedingungen Außergewöhnliches. «Dafür verdienen sie unseren größten Respekt», so Backhaus. Rund 80 Prozent der Einsatzkräfte engagierten sich ehrenamtlich.

Der Großbrand auf einem ehemaligen Truppenübungsgelände im Müritz-Nationalpark breitete sich weiter aus. Nach Angaben des Landkreises sind inzwischen 318 Hektar betroffen, was in etwa der Fläche von 445 Fußballfeldern entspricht.

Der starke Wind hatte die Ausbreitung des Feuers beschleunigt. Die Flammen breiten sich vor allem nach Süden und Osten aus. Der Ortsteil Granzin wurde vorsorglich evakuiert. Krienke sei derzeit nicht betroffen, hieß es.

Die beiden großen Helikopter vom Typ CH-53 können jeweils bis zu 5.000 Liter Wasser transportieren. Auch ein kleinerer Hubschrauber war nach Angaben des Landkreises vor Ort. Inwieweit die Hubschrauber das Löschwasser direkt über den Brandorten ablassen können, war noch fraglich, denn es gilt wegen der Munitionsbelastung ein Sicherheitsabstand von mindestens 1.000 Metern am Boden und auch in der Luft. Für die Betankung mit Löschwasser werden der Granziner See, der Käbelicksee und der Pagelsee genutzt.

Auch heute seien mehrere Detonationen in dem betroffenen Gebiet registriert worden, darunter eine sehr schwere, sagte der Landrat des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, Thomas Müller (CDU). Diese sei vermutlich auf panzerbrechende Munition zurückzuführen. «Da große Teile des Gebietes nicht betreten werden können, müssen wir uns auf einen langwierigen Einsatz einstellen», sagte Müller.

Die Hubschrauber sollten in enger Abstimmung mit der Einsatzleitung möglichst effektiv eingesetzt werden. Sie würden mit Sicherheit sehr stark dabei helfen, die Flächen weiter einzunässen und das Feuer deutlich einzudämmen. «Aber sie sind auch kein Allheilmittel», so Müller. Derzeit seien keine Wohnhäuser unmittelbar gefährdet.

Zur Brandbekämpfung wurden Kreisregner, die sonst zur Bewässerung genutzt werden, von anderen Bundesländern angefragt. Viele seien bereits vor Ort eingetroffen, so Müller. Zusagen gab es aus Sachsen und Brandenburg. Auch aus Bayern gab es Unterstützung. Am Morgen machten sich 36 Einsatzkräfte der Regierungsbezirke Ober- und Mittelfranken mit 15 Fahrzeugen und 72 Kreisregnern auf den Weg zum Müritz-Nationalpark. Die Einsatzhilfe ist zunächst bis Sonntag geplant.

Für das Brandgebiet besteht morgen ab dem Nachmittag die «berechtigte Hoffnung» auf Niederschlag, wie der Meteorologe Florian Engelmann vom Deutschen Wetterdienst (DWD) sagte. «Es sieht recht gut aus.»

Er könne aber auch nicht ausschließen, dass die Gewitter- und Schauerfront komplett an dem Gebiet vorbeiziehe. In der Spitze können laut DWD je nach Region im Nordosten morgen bis zu 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und Stunde herunterkommen - für die Brandbekämpfung wäre das ein Segen.

Schwierig wird es dagegen, wenn die Gewitterfront nur donnernd zu hören ist, aber ansonsten regenlos vorbeizieht. Denn in Gewitternähe gebe es immer auch eine Zunahme von Wind, so Engelmann.

Das würde die Arbeit der Einsatzkräfte weiter erschweren, worauf auch der Leiter des Müritz-Nationalparks, Ulf Zimmermann, hinwies: «Solange die Windverhältnisse stabil bleiben und keine starken Böen auftreten, verbessert das unsere Einsatzmöglichkeiten. Problematisch wird es immer dann, wenn böiger Wind Funkenflug verursacht und neue Brandherde entstehen.»

Nach Angaben des Munitionsbergungsdienstes gelten in Mecklenburg-Vorpommern rund 60.000 Hektar Wald - etwa zehn Prozent der gesamten Waldfläche - als munitionsbelastet. Davon entfallen rund 28.400 Hektar auf die höchste Gefährdungskategorie 4, worunter auch panzerbrechende Munition zählt.

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