03. November 2026 – dpa

Bildung

Neue Koalition will Hochschulstandort in Schwerin gründen

SPD, Linke und Grüne verhandeln über die Eckpunkte ihrer Politik im Nordosten. Großen Wert legen die Verhandler dabei auf das Thema Hochschulen. Sie geben ehrgeizige Pläne bekannt.

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Ministerpräsidentin Schwesig stellt ein weiteres Kapitel in den Koalitionsverhandlungen vor.

Die neue Landesregierung will den bestehenden fünf Hochschulen in Mecklenburg-Vorpommern eine sechste an die Seite stellen. Die Fachhochschule in Güstrow werde zu einer Hochschule mit zwei Standorten ausgebaut - einer davon in der Landeshauptstadt Schwerin, kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig bei einer Pressekonferenz zu den Koalitionsverhandlungen an. Genutzt werden dafür soll das ehemalige Postgebäude im Stadtzentrum, das gerade saniert wird.

Derzeit werden in Güstrow Beamte für den Polizeidienst, die Rechtspflege und den allgemeinen Dienst der öffentlichen Verwaltung ausgebildet. «Wir brauchen auch in der Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte», begründete Schwesig die Weiterentwicklung. Derzeit sei Mecklenburg-Vorpommern bei Steuerbeamten und Beamten, die in den höheren Dienst aufsteigen wollen, von der Ausbildung in anderen Bundesländern abhängig. Diesen Bedarf will das Land künftig selbst decken.

Über die Finanzierung des Projekts und die Fristen konnte Schwesig auf Nachfrage keine Angaben machen. Der Aufbau werde jetzt in Angriff genommen, sagte sie. Derzeit hat die Fachhochschule in Güstrow nur wenige Hundert Studierende. Auch die Anbindung der beiden Standorte zueinander ist nicht optimal. Zwar liegt Güstrow ziemlich in der Mitte des Bundeslandes - doch eine durchgehende Zugverbindung ohne Umsteigen gibt es beispielsweise nicht nach Schwerin.

Nach Schwesigs Angaben soll der Aufbau der neuen Hochschule in Güstrow und Schwerin nicht zulasten anderer Standorte gehen - die Regierung bekenne sich zu allen fünf Hochschulen im Land. Auch den Erhalt der beiden Universitätskliniken in Rostock und Greifswald will sie weiter unterstützen. Beide Medizinstandorte seien wichtig - «für den Bereich Forschung, auch der Forschung in der Spitzenmedizin, aber auch für die Versorgung der Bevölkerung».

Vorantreiben will die neue Regierung auch ein weiteres Herzensprojekt Schwesigs - die Krebsforschung. Zusammen mit den anderen Nordländern werde sich MV für die Schaffung eines Krebszentrums Nord einsetzen, sagte sie. Ob dieses Zentrum am Ende tatsächlich in MV stehen werde, blieb aber offen. Schwesig zeigte sich überzeugt, dass das Land in jedem Fall von der Einrichtung eines solchen Zentrums profitieren werde.

Aus dem Sondervermögen des Bundes will das Land 150 Millionen Euro in die Hochschulen investieren. Das Geld wird nach Angaben Schwesigs unter anderem in die Mensa Süd in Rostock und die Pflegeschule an der Uni-Medizin in Greifswald fließen.

Der Fraktionschef der Linken, Hennis Herbst, kündigte zudem die Sanierung und den Bau von 1.000 Wohnheimplätzen an. Wo die Wohnheimplätze entstehen sollen, ist noch unklar. Herbst sagte, die Möglichkeit zum Studieren hänge auch an bezahlbarem Wohnraum. Zudem soll in den Uni-Städten Rostock und Greifswald die Mietpreisbremse weiter gelten und mögliche Schlupflöcher der Regelung geschlossen werden.

Die Fraktionschefin der Grünen, Claudia Müller, wiederum versprach eine bessere Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft. Dazu werde das Land eine Transfer- und Startup-Strategie erarbeiten. Das solle Gründungen erleichtern. «Momentan erleben wir, dass wir zwar hier die Ideen haben, die Gründungen passieren aber leider woanders», sagte sie. Dies solle sich ändern, um die Basis für künftiges Wachstum zu schaffen.

Mit dem Bereich Wissenschaft und Kultur haben die Koalitionäre einen weiteren Themenbereich in den Verhandlungen abgeschlossen. Es stehen allerdings noch weitere Gespräche zu den wichtigen Themen Innere Sicherheit und Kommunen sowie Wirtschaft und Energie bevor.

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