10. Juli 2026 – dpa
Bläulich-grünes Wasser, Juckreiz nach dem Schwimmen: Behörden weisen auf das Vorkommen von Blaualgen und Zerkarien hin. Wo wurden sie nachgewiesen und was bedeutet das?
Behörden warnen vor Blaualgen, die sich verstärkt in einigen Badegewässern Mecklenburg-Vorpommerns gebildet haben. Nach Angaben des Landkreises Vorpommern-Greifswald wurden die potenziell gesundheitsschädlichen Cyanobakterien an der Badestelle Peenestrom unweit der Stadt Usedom nachgewiesen. Es sollten entsprechende Warnhinweisschilder aufgestellt werden.
Eine erhöhte Anzahl von Blaualgen wurde offiziellen Angaben zufolge außerdem in folgenden Seen im Landkreis Rostock nachgewiesen: Grambzower See (Grambzow), Rühner See (Bützow), Lütt See (Vietow), Horster See (Horst), Langer See (Wendfeld), Kuhlensee (Thelkow) und Boitiner See sowie im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte im Wanzkaer See (Blankensee).
«Cyanobakterien können ein Gesundheitsrisiko darstellen, insbesondere bei immungeschwächten Personen und Personen mit Vorerkrankungen, Schwangeren und Kleinkindern», erklärte etwa der Landkreis Vorpommern-Greifswald. Bei Hautkontakt könnten Reizungen sowie allergische Reaktionen hervorgerufen werden. Hunde und andere Tiere seien potenziell ebenfalls gefährdet.
Das vermehrte Auftreten von Blaualgen sei ein für den Sommer nicht untypisches saisonales Phänomen. Die Ansammlungen seien sehr wind- und wetterabhängig. Deshalb könne sich die Situation relativ schnell verändern. «Der Aufenthalt in Bereichen mit sichtbaren Cyanobakterien-Entwicklungen sollte vermieden werden. Auch sollten Kinder nicht im Anschwemmbereich spielen.» Die Algenblüte ist nach Behördenangaben durch die bläulich-grüne Eintrübung des Wassers zu erkennen.
Ebenfalls wird für einige Badegewässer vor Zerkarien gewarnt. Bei den gegenwärtigen Temperaturen treten diese demnach an den Flachwasserbereichen der Schweriner Seen auf. «Besonders in Flachwasserzonen mit Schilfgürtel sollte man sich nicht längere Zeit aufhalten und sich auf das Schwimmen in tieferen Bereichen beschränken», hieß es von der Stadt Schwerin. Zerkarien seien für Austrocknung empfindlich. Daher sollte man nasse Badebekleidung sofort ablegen, nach Möglichkeit gründlich duschen und den Körper schnell und gründlich abtrocknen.
Zerkarien seien bestimmte Larvenstadien von Saugwürmern, die in Enten und anderen Wasservögeln leben. Diese können sich auch in die Haut des Menschen einbohren. Mögliche Folgen sind gerötete Flecken bis hin zur Quaddelbildung und starkem Juckreiz. Sie könnten aber nicht weiter eindringen und werden abgetötet, so dass keine ernsten gesundheitlichen Folgen zu befürchten seien.