16. September 2026 – dpa

Justiz

20 Prozent mehr offene Fälle bei Staatsanwaltschaft Hamburg

Fast überall in den deutschen Staatsanwaltschaften wächst die Zahl der unerledigten Ermittlungsverfahren. Der Deutsche Richterbund kritisiert die Überlastung der Strafverfolger.

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Die Zahl der unerledigten Fälle bei der Staatsanwaltschaft Hamburg ist erneut gestiegen. (Symbolbild)

Die Zahl unerledigter Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Hamburg ist erneut gestiegen und liegt zur Mitte des Jahres bei 77.757. Ein Jahr zuvor waren es 64.404 offene Verfahren. Das entspricht einem Anstieg von gut 20 Prozent. Das hat eine Recherche der Deutschen Richterzeitung bei den Landesjustizverwaltungen ergeben.

In der ersten Hälfte des laufenden Jahres kamen in der Hamburger Staatsanwaltschaft 85.927 neue Verfahren hinzu, gut 8.000 weniger als vor einem Jahr zur Jahresmitte. Die Gesamtzahl neu eingegangener Verfahren ist aber im Laufe der vergangenen Jahre gewachsen und lag Ende 2025 bei 185.941 - gegenüber 2021 ein Anstieg von etwa 25 Prozent.

Bundesweit meldeten die Strafverfolger zur Jahresmitte 2026 nach der Umfrage der Deutschen Richterzeitung erstmals mehr als 1,1 Millionen offene Fälle. Im Vergleich zum 30. Juni 2025 ist die Zahl der unerledigten Verfahren erneut um 125.700 Fälle oder 13 Prozent gestiegen. Seit Ende 2020, als bundesweit 709.367 offene Fälle in den Behörden lagen, ist der Aktenberg der Staatsanwaltschaften um 56 Prozent gestiegen.

«Die Rekordeingangszahlen und die immer höheren Aktenbestände der Staatsanwaltschaften müssen Anlass für die Landesregierungen sein, jetzt konsequent gegenzusteuern», sagt Sven Rebehn, der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes (DRB). «Den Strafverfolgern steht die Verfahrensflut bis zum Hals.» Der Eindruck einer «Strafverfolgung nach Kassenlage» dürfe sich nicht verfestigen, so Rebehn.

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