10. September 2026 – dpa
Die Mehrkosten des Erweiterungsbaus lägen bei annähernd 30 Millionen Euro, wie der Versorger Hamburg Wasser mitteilte. Auch die Sanierung der bestehenden Anlage soll sich verteuern.
Der kommunale Abwasserversorger und -entsorger Hamburg Wasser rechnet erneut mit höheren Kosten für den Bau der Klärschlammverbrennungsanlage Vera II. Das neue Budget für den Erweiterungsbau im Hafen der Stadt beträgt 315,1 Millionen Euro, wie Hamburg Wasser mitteilte. Der Aufsichtsrat habe der Anpassung zugestimmt.
Das neue Budget übersteigt das zuvor beschlossene um 71,2 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Die tatsächlichen Mehrkosten betrügen 29,8 Millionen Euro. Der restliche Betrag stelle einen Risikopuffer dar.
Hamburg Wasser zufolge laufen derzeit Vorbereitungen, Vera II in Betrieb zu nehmen. Außerdem plant das städtische Unternehmen, die bestehende Klärschlammverbrennungsanlage Vera I zu sanieren. Die Sanierung stehe am Beginn der Planungsphase.
Für die Sanierung von Vera I waren zuletzt 81,3 Millionen Euro veranschlagt worden. Hamburg Wasser geht davon aus, dass die Prognose nicht zu halten ist. Eine neue Zahl soll im zweiten Quartal 2027 mitgeteilt werden.
Die zwei Anlagen sollen nach zurückliegenden Angaben künftig jährlich bis zu 97.000 Tonnen Klärschlamm verarbeiten, darunter auch Mengen aus Schleswig-Holstein. Aus der Asche soll Phosphor zurückgewonnen werden.
Der umweltpolitische Sprecher der Linksfraktion in der Bürgerschaft, Stephan Jersch, sagte, die zusätzlichen Kosten dürften nicht über Gebühren finanziert werden.
Der Bund der Steuerzahler kritisierte, die für die Aufsicht zuständige Umweltbehörde habe ein strukturelles Problem bei der Kontrolle ihrer Großprojekte. Auch der Bau der neuen Müllverbrennungsanlage am Volkspark wird deutlich teurer als geplant, wie zuvor bekanntgeworden war.