26. Juli 2026 – dpa
Ministerpräsident Günther zeigt sich nach dem Angriff auf den Berliner CSD betroffen und betont die Bedeutung von Freiheit und Gleichberechtigung für die queere Community - und er spricht von Terror.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat den Angriff eines Autofahrers auf feiernde Menschen am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) als islamistischen Terror bezeichnet. Was sich über die Hintergründe der Tat abzeichne, mache ihn «fassungslos», sagte er mit Blick auf einen Tatverdächtigen, der laut Berliner Polizei der islamistischen Szene zugerechnet wird.
Der mutmaßliche Täter habe gezielt einen Ort angegriffen, an dem Menschen gemeinsam für Vielfalt, Selbstbestimmung und gleiche Rechte eingetreten seien. «Dieser islamistische Terror ist ein Angriff auf die queere Community und auf das freie Zusammenleben in unserem Land», sagte der CDU-Politiker.
«Der Kampf gegen den Islamismus ist der gemeinsame Kampf unserer Gesellschaft gegen eine extremistische Ideologie, die unsere Freiheit und unsere demokratische Ordnung verachtet.» Dem müsse mit aller Konsequenz begegnet werden - «mit entschlossenen Sicherheitsbehörden, einem Rechtsstaat, der durchgreift und einer Gesellschaft, die sich weder spalten, noch in Angst versetzen lässt, sondern mutig unsere Grundwerte verteidigt», sagte Günther.
Innenministerin Magdalena Finke (CDU) sagte, die weiteren Ermittlungen müssten zwar noch zweifelsfrei klären, «ob und in welcher Weise die Tat islamistisch motiviert war.». Sie fügte hinzu: «Klar ist aber: Islamismus und queerfeindlicher Hass richten sich gegen die Freiheit des Einzelnen, gegen unsere offene Gesellschaft und gegen die Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens.» Die Antwort auf Terror, Menschenverachtung und Hass müsse ein entschlossener Rechtsstaat und ein noch stärkerer gesellschaftlicher Zusammenhalt sein.
Als Schirmherr des CSD in Schleswig-Holstein fühle er sich mit der queeren Community sehr verbunden, betonte Günther. Der CSD stehe für einen langen und mutigen Kampf, «frei, gleichberechtigt und ohne Angst leben und lieben zu können». Die Ereignisse in Berlin machten auf schmerzliche Weise deutlich, wie verletzlich diese Freiheit inzwischen sei.
Ausgrenzung und Gewalt gegenüber queeren Menschen nähmen immer mehr zu - aus verschiedenen Richtungen. «Das dürfen wir nicht zulassen. Wir müssen ein Land bleiben, in dem Menschen überall offen für ihre Rechte, für Vielfalt und für Gleichberechtigung eintreten können», sagte Günther. «Wir stehen vereint an der Seite der queeren Community – in Berlin, in Schleswig-Holstein und überall im Land.»