04. November 2026 – dpa

Trotz S-Bahn-Plänen

Madsen garantiert Regionalzüge zwischen Elmshorn und Hamburg

Eine Milliarde Euro soll der vierspurige Ausbau zwischen Elmshorn und Pinneberg kosten. Verkehrsminister Madsen verspricht: Regionalzüge nach Hamburg bleiben. Wie sicher ist das auf lange Sicht?

6mlnsujjh3-v4-ax-s2048.jpeg
Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) will weiter Regionalzüge zwischen Elmshorn und dem Hamburger Hauptbahnhof fahren lassen. (Symbolbild)

Trotz der S-Bahn-Pläne für die viel befahrene Strecke zwischen Elmshorn und Pinneberg sollen dort nach dem Willen der Landesregierung langfristig auch Regionalzüge mit dem Ziel Hamburg-Hauptbahnhof verkehren. Er könne mit Fug und Recht sagen, «dass ich dafür garantiere», sagte Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) im Wirtschaftsausschuss des Landtags. Damit trat der Minister Sorgen in der Region entgegen, durch die Verlängerung der S-Bahn bis nach Elmshorn könnten dort Regionalzüge wegfallen. Madsen verwies allerdings auf die Unsicherheit der finanziellen Entwicklung auf lange Sicht.

Ein im Oktober vorgestelltes Gutachten zum vierspurigen Ausbau der 15 Kilometer langen Strecke hat Kosten in Höhe von rund einer Milliarde Euro prognostiziert. Diese Strecke nutzen täglich zahlreiche Pendlerinnen und Pendler auf dem Weg zur Arbeit.

Offizielle Angaben zum Zeithorizont des Bahnprojekts gibt es bislang zwar nicht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wird in Fachkreisen jedoch damit gerechnet, dass S-Bahnen auf der Strecke frühestens in zehn Jahren verkehren könnten. Im Störfall auf der bereits bestehenden Hauptstrecke könnten Fern- und Güterverkehrszüge punktuell auf die neuen Nahverkehrsgleise ausweichen.

Der DB-Konzernbevollmächtigte Martin Walden beantwortete in der Ausschusssitzung Fragen der Abgeordneten zu den Sanierungsplänen der Bahn für das in die Jahre gekommene Streckennetz im Norden. Zuletzt hatten gleich mehrfach technische Probleme in Hamburg die Nerven von Bahnreisenden auf der wichtigen Strecke nach Kiel auf die Probe gestellt und für den Ausfall zahlreicher Verbindungen gesorgt.

Walden betonte im Ausschuss, das Unternehmen wolle geplante einzelne Bauabschnitte nach der Störanfälligkeit abarbeiten. «Diese Geschichte müssen wir jetzt entwickeln. Das hätte schon zugegebenermaßen längst der Fall sein müssen», sagte Walden.

Minister Madsen betonte die Bedeutung der Kommunikation bei geplanten Baustellen auf den wichtigen Hauptstrecken. Die Bürgerinnen und Bürger müssten früh erfahren, wo es zu Störungen kommen werde. «Schleswig-Holsteins Schienennetz-Infrastruktur ist runtergewirtschaftet und das bedeutet in den nächsten Jahren sehr, sehr viele Baustellen und große Ärgernisse.»

Die Grünen-Verkehrspolitikerin Nelly Waldeck zeigte sich nach der Sitzung besorgt über das geplante Ausbauprojekt Neumünster-Bad Oldesloe. «Der Ausbau ist notwendig, um die zentrale Verbindung Neumünster-Hamburg zu entlasten.» Politisch habe dieses Projekt höchste Priorität. «Trotzdem gibt es noch keinen Zeitraum für die Baumaßnahme und die Planungen gehen zu langsam voran.»

Ihr SPD-Kollege Niclas Dürbrook bezeichnete die Präsentation der Bahn als ernüchternd. «Auf allen wesentlichen Strecken in Schleswig-Holstein stehen in den kommenden Jahren Bauarbeiten an. Sie sind notwendig, werden aber zugleich für weitere Störungen sorgen.» Trotzdem bleibe vieles Flickschusterei, insbesondere auf der Strecke Flensburg-Hamburg. «Die dringend notwendige Generalsanierung rückt in immer weitere Ferne und wird voraussichtlich erst in den 2040er-Jahren stattfinden.»

Weitere Nachrichten aus Hamburg & Schleswig-Holstein

Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

undefined
Audiothek