13. Juli 2026 – dpa

Minister auf Sommerreise

Pistorius: Alarmrotte zurück aus Rostock in Ostfriesland

Nach jahrelangen Bauarbeiten operieren die Abfangjäger der Luftwaffe wieder von Wittmund aus. Der Verteidigungsminister betont bei einem Besuch, wie wichtig der Stützpunkt für Deutschland ist.

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Die letzten Eurofighter des Luftwaffengeschwaders 71 «Richthofen» wurden von Laage zurück nach Ostfriesland verlegt.

Die für Norddeutschland zuständige sogenannte Alarmrotte der Luftwaffe zur Absicherung des Luftraums operiert nach viereinhalb Jahren Pause wieder von Ostfriesland aus. Das sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zum Auftakt seiner Sommerreise beim Besuch des Luftwaffengeschwaders 71 «Richthofen» im ostfriesischen Wittmund. Während des Ministerbesuchs überflogen zwei Eurofighter der Alarmrotte den Nato-Stützpunkt und landeten danach.

Das Geschwader war seit Anfang 2022 am Luftwaffenstützpunkt Laage (Landkreis Rostock) stationiert, weil der Wittmunder Nato-Luftwaffenstützpunkt umfassend saniert wird – dazu musste der Flugbetrieb pausieren.

Pistorius sagte in einer Rede vor Soldatinnen und Soldaten, während ihr Heimatflugplatz zur Baustelle wurde, habe das Geschwader in den letzten Jahren Improvisationsgeschick und Flexibilität bewiesen. «Dafür habe ich höchsten Respekt. Und ich kann Ihnen nur sagen, das ist genau der Geist, den wir in der Bundeswehr in diesen Tagen brauchen», sagte der Minister. Knapp 1.000 Soldaten und zivile Mitarbeiter gehören zum Geschwader «Richthofen». Nur ein Teil blieb während der Bauarbeiten in Wittmund.

Pistorius hob auch die Einsatzbereitschaft der Alarmrotte hervor. Die Verletzungen des Nato-Luftraums hätten in den vergangenen Jahren etwa durch Drohnen und fremde Kampfflugzeuge «dramatisch zugenommen», sagte der Minister. Es sei wichtig zu zeigen, dass die Nato auf diese Provokationen tagtäglich reagiere. «Da spielt die Alarmrotte nun mal eine besondere Rolle.» Sie sei schnell und taktisch optimal ausgebildet. Der Luftwaffenstützpunkt in Wittmund werde «auch künftig eine Schlüsselrolle für die Luftverteidigung Deutschlands und der Nato übernehmen».

Die sogenannte Quick Reaction Alert Alarmrotte Nord ist auch für den Luftraum über Ost- und Nordsee zuständig. «Die Alarmrotte ist unsere fliegerische Feuerwehr», sagte Geschwaderkommodore Sebastian Fiedler. Zwei Kampfjets könnten binnen 15 Minuten nach einer Alarmierung aufsteigen, um Luftfahrzeuge zu identifizieren und abzufangen. Neben dem Stützpunkt in Ostfriesland gibt es noch die Alarmrotte Süd in Neuburg in Bayern.

Schon seit 2019 wird der Flugplatz in Wittmund zunächst im laufenden Betrieb saniert und umgebaut, weil die Infrastruktur nach mehr als 60 Jahren nicht mehr den Anforderungen an den Flugbetrieb der Eurofighter gerecht wurde. Nach Angaben des Staatlichen Baumanagements in der Region Nord-West soll so in Wittmund bis 2032 der modernste Militärflughafen Deutschlands entstehen. Dafür sind Investitionen von mehr als 700 Millionen Euro geplant.

Das Geschwader richte sich darauf ein, dass die Bauarbeiten noch einige Jahre dauern werden, sagte Geschwaderkommodore Fiedler. Nachdem zuletzt bereits die drei Kilometer lange Start- und Landebahn saniert wurde, hatte die Luftwaffe die ersten Eurofighter bereits vor einem Jahr von Laage zurück nach Wittmund verlegt. Insgesamt sollen die Bauarbeiten noch bis in die 2030er Jahre dauern.

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