13. Juli 2026 – dpa
2025 nahmen die Behörden in Hamburg und Schleswig-Holstein weniger Kinder und Jugendliche in Obhut als im Vorjahr. Das hat auch mit den verschärften Einreisekontrollen an den deutschen Grenzen zu tun.
In Hamburg und Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr weniger Kinder und Jugendliche in behördliche Obhut genommen worden als im Jahr zuvor. In Hamburg reduzierte sich die Zahl nach Angaben des Statistikamts Nord um neun Prozent auf 2.014 Minderjährige, in Schleswig-Holstein um acht Prozent auf 2.482.
Hauptursache dafür war, dass weniger Jugendliche aus dem Ausland ankamen, die von den Jugendämtern in Obhut genommen wurden - in der Regel handelt es sich dabei um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. In Hamburg kamen fast 30 Prozent weniger an, in Schleswig-Holstein sogar fast 40 Prozent weniger. Seit September 2024 finden an allen deutschen Landesgrenzen Einreisekontrollen statt, die im Mai 2025 noch intensiviert wurden.
In Hamburg war die unbegleitete Einreise aus dem Ausland mit fast 40 Prozent der häufigste Grund für eine Inobhutnahme. Weitere Gründe waren Anzeichen für Misshandlungen (24 Prozent) und Überforderung der Eltern oder eines Elternteils (20 Prozent). Daneben wurden etwa Beziehungsprobleme, Straftaten des Minderjährigen oder Wohnungsprobleme als Gründe angeführt.
Bei der Hälfte der Inobhutnahmen in Hamburg handelte es sich um Jugendliche im Alter von mindestens 16 Jahren. 27 Prozent waren Kinder unter 14 Jahren. Fast 80 Prozent der Minderjährigen stammten aus einer Familie mit Migrationshintergrund.
In Schleswig-Holstein war der häufigste Anlass für eine Inobhutnahme laut Bericht mit 41 Prozent die Überforderung der Eltern. In 23 Prozent wurden Misshandlungen als Grund genannt. Weitere Gründe waren Vernachlässigung oder Beziehungs- und Integrationsprobleme in Heim oder Pflegefamilie. Unbegleitete Minderjährige aus dem Ausland machten 18 Prozent der Fälle aus. In 38 Prozent der Fälle waren Kinder im Alter von unter 14 Jahren betroffen.