23. September 2026 – dpa
Der Ministerpräsident setzt auf ein Kurbelradio, um im Krisenfall informiert zu bleiben. Warum ihm das Thema Bevölkerungsschutz besonders wichtig ist.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sorgt für die Krise vor - mit einem speziellen Gerät: «Wir haben jetzt ein Kurbelradio», sagte der CDU-Politiker einem Bericht des shz zufolge bei einem Resilienz-Kongress in Kiel. Bevor es das Gerät in den Haushalt der Familie Günther geschafft hat, habe ihn seine Ehefrau jedoch ausdrücklich auf diese Notwendigkeit hinweisen müssen, sagte Günther auf dem Kongress der Zeitung zufolge.
Der Hintergrund der Anekdote ist ein ernster: «Wenn Mobilfunknetz und Internet nicht mehr funktionieren, fallen auch Warnapps oder Handy-Warnungen aus», heißt es etwa beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Radiosender funktionierten aber auch dann noch. Empfohlen werden daher Auto- oder Kurbelradios sowie batteriebetriebene Radios, da sie keinen Strom aus der Steckdose benötigen.
«Wir müssen in Deutschland mehr Selbstverantwortung hinbekommen. So wie in Finnland», sagte Ministerpräsident Günther laut shz.
Schleswig-Holstein hatte im Frühjahr die Kampagne «kommklar_sh» ins Leben gerufen. Das Ziel ist, die Menschen in Schleswig-Holstein für den Bevölkerungsschutz zu sensibilisieren. Denn der Krieg in der Ukraine, aber auch extreme Wetterlagen oder Sabotagen etwa an Stromnetzen zeigten, wie verwundbar die kritische Infrastruktur sei und wie groß die Notwendigkeit, auf solche Situationen vorbereitet zu sein, hieß es bei der Vorstellung der Kampagne.