29. August 2025 – dpa

Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit in MV steigt - über 2000 offene Lehrstellen

Auf dem Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern herrscht Sommerflaute. Doch leiden die Firmen im Nordosten offenkundig weniger unter der Konjunkturflaute als Betriebe in anderen Bundesländern.

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Die Zahl der Erwerbslosen ist in Mecklenburg-Vorpommern leicht gestiegen. (Symbolbild), Foto: Sven Hoppe/dpa

Die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern ist im August im dritten Monat in Folge gestiegen. Wie die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit in Kiel bekanntgab, sind im Nordosten aktuell 65.700 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 1.335 mehr als im Juli. Gegenüber August 2024 nahm die Zahl der Arbeitslosen um 1.100 zu.

Die Arbeitslosenquote wuchs leicht auf 8,0 Prozent und liegt damit weiter über dem bundesweiten Durchschnitt von 5,9 Prozent. In Deutschland überschritt die Zahl der Arbeitslosen die Drei-Millionen-Marke. Die regional höchste Quote im Nordosten verzeichnet weiter die kreisfreie Stadt Schwerin mit 11 Prozent, nur rund halb so hoch ist sie im Landkreis Rostock mit 5,9 Prozent.

Der Anstieg komme nicht überraschend, da sich die jahreszeitlich übliche Sommerflaute im August fortsetze. «Viele Betriebe stellen üblicherweise erst nach den Sommerferien wieder neues Personal ein», erklärte Regionaldirektor Markus Biercher. Nach seiner Einschätzung fiel die Sommerflaute allerdings schwächer aus als in den Vorjahren.

Zudem wirke sich die allgemeine Konjunkturschwäche im Nordosten nicht so stark aus wie in anderen Bundesländern. In Sachsen etwa habe die Zahl der Arbeitslosen innerhalb eines Jahres um 8 Prozent zugenommen, in Bayern um 9,1 Prozent. «Für Mecklenburg-Vorpommern haben wir mit 1,7 Prozent den geringsten Zuwachs zu verzeichnen. Diese Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit dem Grad der Industrialisierung», erklärte Bircher.

Nach seinen Angaben sind in MV aktuell 15.200 sozialversicherungspflichtige Stellen unbesetzt gemeldet. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Dienstleistungssektor sowie in Handel, Bau- und Gastgewerbe würden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Er riet Unternehmen, jetzt die Chance zu nutzen, um mit Hilfe der Agentur ihren Bedarf an Arbeits- und Fachkräften zu decken.

Insgesamt liege die Personalnachfrage aber unter Vorjahresniveau und auch die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei leicht auf 576.600 gesunken. Während es im Gesundheits- und Sozialwesen oder im Verkehr und Lagerei einen Beschäftigtenzuwachs gegeben habe, verzeichneten das Baugewerbe, Industrie und Handel Rückgänge.

Biercher betonte, dass es trotz des Starts des neuen Lehrjahres weiter Bewegung auf dem Ausbildungsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern gebe. So seien aktuell 2.200 unbesetzte Ausbildungsplätze gemeldet, insbesondere in Handel, Gastronomie, Hotelgewerbe und Handwerk. «Die Chance, noch in diesem Herbst einen Ausbildungsvertrag zu unterschreiben, sind realistisch und gut», sagte der Agenturchef. Zwar könne nicht jeder seine Wunschausbildung am Wunschort bekommen. Doch biete die Arbeitsagentur finanzielle Unterstützung, wenn Jugendliche eine Lehrstelle fern der Heimat annehmen und dafür eine Wohnung mieten müssen.

Arbeitgeber rief Biercher auf, flexibel zu sein und auch jungen Menschen eine Chance zu geben, die nicht auf den ersten Blick perfekt ins Profil passen. «Qualifikationen lassen sich entwickeln», sagte der Agenturchef. Nach seinen Angaben gelten 1.625 Bewerberinnen und Bewerber als unversorgt. Ende Juli waren es 2.300.

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