29. August 2025 – dpa

Fischereiwirtschaft

Minister: Weitere Kürzung von Fangquoten hilft Fischen nicht

Aus Sicht von MV-Fischereiminister Backhaus geht der Vorschlag der EU-Kommission am eigentlichen Problem vorbei.

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Ein komplettes Heringsfangverbot wäre eine Katastrophe für die Fischer in MV, meint Landesfischereiminister Till Backhaus von der SPD. (Symbolbild), Foto: Jens B�ttner/dpa-Zentralbild/dpa

Mecklenburg-Vorpommerns Fischereiminister Till Backhaus (SPD) hat den Vorstoß der EU-Kommission für ein komplettes Heringsfangverbot in der westlichen Ostsee zurückgewiesen. Die Kommission drohe, auch noch den letzten Rest der kleinen Küstenfischerei in der Ostsee plattzumachen - und habe dafür keine vernünftigen Gründe, kritisierte Backhaus. «Schon jetzt sind die Quoten für unsere Fischer so gering, dass eine weitere Kürzung keine Auswirkungen auf die Bestände hätte.»

Die EU-Kommission hat zum Schutz des Herings in der westlichen Ostsee ein Ende der Ausnahmeregelung vom Fangverbot vorgeschlagen. Die Fangmöglichkeiten für fast alle anderen Fischbestände sollen sich demnach im nächsten Jahr deutlich verringern.

Gerade in Vorpommern sei die Fischerei massiv von der Ausnahmeregelung zum Heringsfangverbot abhängig ist, so Backhaus weiter. Die Fangmengen seien so gering, dass große Verarbeiter schon nicht mehr beliefert würden. «Die gefangenen Mengen werden daher lokal, meist durch die Fischer selbst und in der küstennahen Gastronomie vermarktet, nach Möglichkeit dabei so gestreckt (Frostung), dass man die Feriensaison über eigenen Hering anbieten kann.»

Aus seiner Sicht wäre es «vollkommen unverhältnismäßig», die kleine küstennahe Fischerei in MV mit weiteren Quotenkürzungen zu überziehen, «ohne dabei die wirklich entscheidenden Aktivitäten in der Nordsee zu reglementieren». Dort sei Norwegen der wichtigste Akteur und sitze am längeren Hebel. «Es kann aber nicht sein, dass man – nur um irgendetwas zu tun – dafür die kleinen Fischer in Deutschland/MV bluten lässt.»

Die Kommission erarbeitet jedes Jahr auf Basis von wissenschaftlichen Empfehlungen des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES) Vorschläge dazu, wie viel Fisch aus EU-Meeren gefangen werden darf. Final beschlossen werden die Mengen aber von den Fischereiministern der EU-Länder. Sie müssen sich nicht an die Empfehlungen halten.

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